Afghanistan: Um zu überleben – Mütter verkaufen ihre Kinder

23. November 2018 - 16:51 Uhr

Terror und zahllose Tote

Afghanistan ist ein geschundenes Land. Krieg und Terror bestimmen den Alltag. Es ist ein erschütternder Alltag. Eine kleine Auswahl der Meldungen der letzten zehn Tage:

  • Mindestens 50 Tote nach Anschlag in afghanischer Hauptstadt Kabul
  • Erneut fast 40 tote Sicherheitskräfte in Westafghanistan
  • Mindestens 60 Tote bei Gefechten in afghanischer Provinz Gasni
  • Mehr als 100 Tote bei Gewaltwelle in Afghanistan
  • Dutzende Sicherheitskräfte in Westafghanistan von Taliban getötet.

Krieg und Dürre zwingen Menschen zur Flucht

Internally displaced Afghan family sits inside a tent at a refugee camp in Herat province, Afghanistan October 14, 2018. Picture taken October 14, 2018. REUTERS/Mohammad Ismail
Flüchtlinge in Herat: von Krieg, Terror und Hunger vertrieben (Archivbild)
© REUTERS, MOHAMMAD ISMAIL, FW1/Global Pixdesk

Zu diesen "alltäglichen" Problemen kommt nach vier Jahren ausbleibenden Regens nun noch eine extreme Dürre. Etwa 3,5 Millionen Menschen brauchen nach UN-Angaben humanitäre Hilfe. Es sind bereits mehr als 200.000 Menschen vor den Folgen geflohen. Hinzu kommen eine hohe Arbeitslosigkeit und eine schwache Wirtschaftsentwicklung.

Mutter bekommt 3.000 Dollar für ihre Tochter

In dieser Situation greifen viele Menschen zu drastischen Maßnahmen, um zu überleben. Laut eines Berichts des US-Nachrichtensenders "CNN" verkaufen viele Familien ihre Kinder. Der Sender berichtet über eine Witwe in einem Flüchtlingslager in Herat, die ihre sechsjährige Tochter für 3.000 Dollar an eine andere verkaufte. Das Mädchen wurde dem zehnjährigen Sohn versprochen. Für den Käufer ein Akt der Wohltätigkeit, wie er CNN sagt.

Dieser Käufer ist zwar etwas reicher als die Mutter, die gezwungen war, ihre Tochter zu verkaufen. Doch er ist ebenfalls arm, er wird den vereinbarten Preis nicht auf einmal zahlen können, er geht davon aus, dass es zwei bis drei Jahre dauern wird. Denn auch er ist als Bauer Opfer der Dürre – seine Kühe, Schafe und Ziegen starben. Er konnte sie nicht mehr füttern. Andere Familien müssen ihre Kinder weggeben, weil sie ihre Schulden nicht bedienen können.

Dürre, Hunger, Krieg und Terror haben ein Land in die Knie gezwungen. Wie soll es jemals wieder aufstehen? Im Video erfahren Sie mehr über das Schicksal von Mamareen und ihrer Tochter Akila.