Afghanistan: Landmine tötet zehn junge Mädchen

17. Dezember 2012 - 17:03 Uhr

Sie wollten nur Feuerholz sammeln

Ein schreckliches Drama hat sich im Osten Afghanistans ereignet. Bei der Explosion einer Landmine sind dort mindestens zehn Mädchen getötet und zwei weitere verletzt worden. Die Kinder hätten gerade Feuerholz gesammelt, als die Mine detoniert sei, hieß es in einem Statement der Provinzregierung.

Afghanistan: Landmine tötet zehn junge Mädchen
Die Dorfbewohner aus der afghanischen Provinz Nangarhar Beten für die Mädchen, die beim Holzsammeln von einer Mine getötet wurden.
© REUTERS, PARWIZ

Die Mädchen waren nach Polizeiangaben gerade einmal zwischen acht und elf Jahren alt. Nach Angaben eines Sprechers der örtlichen Polizei in der Provinz Nangarhar soll es sich um "eine alte Landmine" gehandelt haben.

Afghanistan ist eines der am stärksten verminten Länder der Welt, heißt es in Angaben der Vereinten Nationen (UN). In den vergangenen 30 Jahren haben unter anderem sowjetische Truppen, afghanische Kämpfer im Bürgerkrieg und die Taliban das Land umfangreich vermint. Mehr als eine Million Afghanen lebten nicht weiter als 500 Meter von Minen-Gebieten entfernt, heißt es bei den UN.

Landminen: Kein rein afghanisches Problem

In Afghanistan liegen so viele Landminen, dass jeden Monat durch sie im Schnitt 42 Menschen verstümmelt oder getötet werden. Aber nicht nur in Afghanistan gibt es diese Gefahr. Auch in vielen Ländern Afrikas sind Personenminen, die gezielt gegen Menschen eingesetzt werden, weit verbreitet. Vor allem in stark umkämpften Staaten, wie Libyen, Namibia, Sudan oder Mosambik sind viele der tückischen Sprengkörper zu finden.

In Europa ist man ebenfalls nicht komplett sicher. Vor allen in den Ländern des früheren Jugoslawien, allen voran im Kosovo und Kroatien gibt es noch jede Menge unentdeckte Minen. Selbst in Deutschland verbergen sich noch einige in den Böden. Vor allem an der früheren innerdeutschen Grenze waren sie im Einsatz. Aber auch letzte Überreste aus dem Zweiten Weltkrieg werden noch in den Wäldern vermutet.

Die meisten Opfer fordern Minen oft erst nach dem Ende des bewaffneten Konfliktes, bei dem sie eingesetzt wurden. So kommt es, dass die Zahl der Getöteten zu mehr als drei Viertel Zivilisten beinhaltet.

Seit dem 1. März 1999 ist mit dem Antipersonenminen-Verbotsvertrag, der "Ottawa-Konvention", ein internationales Vertragswerk gegen den Einsatz der Landminen in Kraft. Allerdings haben etwa 40 Staaten die Konvention bislang nicht unterzeichnet – darunter Länder wie China, Iran, Russland und die USA.