Afghanistan: Abdullah-Anhänger protestieren gegen mutmaßlichen Wahlbetrug

22. Juni 2014 - 9:48 Uhr

Hunderte Unterstützer des afghanischen Präsidentschaftskandidaten Abdullah Abdullah haben in Kabul gegen mutmaßlichen Wahlbetrug demonstriert. Dabei blockierten einige Unterstützer des Politikers die Straße zum internationalen Flughafen, im Stadtzentrum blieben Geschäfte und Märkte geschlossen. "Die Proteste sind friedlich und die Demonstranten rufen Parolen gegen den ihrer Meinung nach begangenen Schwindel bei den Wahlen", sagte ein Sprecher der Kabuler Polizei.

Abdullah hatte am Mittwoch einen sofortigen Stopp der Stimmenauszählung verlangt, was die Wahlkommission (IEC) ablehnte. Er forderte "eine gemeinsame von den Vereinten Nationen geführte Kommission" zur Überwachung der Auszählung. Abdullah war bei der Stichwahl am vergangenen Samstag gegen den früheren Finanzminister Aschraf Ghani angetreten. Auch Ghani hat Wahlbetrug moniert. Abdullah hatte die erste Wahlrunde am 5. April mit 45 Prozent der Stimmen gewonnen, die absolute Mehrheit aber verfehlt. Ghani war auf 31,6 Prozent gekommen. Konkret wirft Abdullah einem ranghohen Mitglied der Wahlkommission vor, die Abstimmung zugunsten Ghanis manipulieren zu wollen.