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Affenpocken-Liveticker - WHO: Affenpocken-Ausbruch derzeit keine internationale Notlage

Alle aktuellen Entwicklungen hier im Überblick

Affenpocken-Liveticker - WHO: Affenpocken-Ausbruch derzeit keine internationale Notlage

Affenpocken
Eine elektronenmikroskopische Aufnahme zeigt reife, ovale Affenpockenviren
deutsche presse agentur

Eigentlich ist ihr Vorkommen selten, und eigentlich ist die Viruserkrankung in Europa ausgerottet. Doch Anfang Mai meldete Großbritannien den ersten Affenpocken-Fall, kurz darauf schlugen auch andere europäische Länder sowie Israel, die USA und Kanada Alarm. Am 20. Mai tauchte der erste Fall auch bei uns in Deutschland auf. Was kommt da nun auf uns zu, wie gefährlich wird das Virus für uns? Wir halten Sie über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

  • 6/26/20222:41:00 AM

    WHO: Affenpocken-Ausbruch derzeit keine internationale Notlage

    Der Ausbruch von Affenpocken in mehr als 50 Ländern wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorerst nicht als "Notlage von internationaler Tragweite" bewertet. Das gab die UN-Organisation in Genf am Samstagabend nach Beratungen eines Notfallausschusses bekannt, der aus Sorge über die Infektionen einberufen worden war. Der Ausschuss will die Lage jedoch rasch neu bewerten, falls die Ansteckungsrate und die Zahl der betroffenen Länder in den kommenden Wochen ansteigt, falls gehäuft Fälle unter vulnerablen Gruppen auftreten, oder falls sich das Virus verändert.

    "Ich bin tief besorgt über die Ausbreitung der Affenpocken, die nun in mehr als 50 Ländern nachgewiesen wurden", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Seit Mai habe es 3.000 Fälle gegeben. Um den Ausbruch einzudämmen, müssten verstärkt Maßnahmen wie Überwachung, Risiko-Kommunikation, Kontaktverfolgung, Isolation, Behandlung und Impfungen eingesetzt werden, sagte er.

    Die WHO folgte der Empfehlung des Notfallausschusses Affenpocken. Darin sind unabhängige Fachleute aus aller Welt, die die Bedrohungslage beurteilen. 
  • 6/25/20225:08:00 AM

    WHO: Wegen Affenpocken keine Absage von Großveranstaltungen nötig

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht keine Notwendigkeit, wegen der ungewöhnlich großen Verbreitung der Affenpocken in diesem Sommer Massenveranstaltungen abzusagen oder zu verschieben. Dies betonten WHO-Expertinnen am Freitag in Genf. "Massenveranstaltungen als solches erhöhen nicht das Risiko der Übertragung, es ist das Verhalten auf diesen Events", hieß es. Die Veranstalter sollten jedenfalls intensiv über die Ansteckungsgefahren aufklären. "Wir müssen das Bewusstsein schärfen", sagte Meg Doherty von der WHO. Allein in Europa werden etwa 800 größere Festivals zum Teil Hunderttausende Besucher anziehen.

    Enger Kontakt wie beim Sex oder beim Berühren infizierter Stellen gilt weiterhin als Übertragungsweg der Viren. Die meisten Fälle sind bei Männern aufgetreten, die vorher Sex mit Männern hatten. Eine Stigmatisierung dieser Gruppe sei aber nicht angebracht. "Stigmatisierung hilft niemals", sagte Doherty. Weitaus die meisten Fälle der Affenpocken werden in Europa verzeichnet.
  • 6/24/20229:00:00 AM

    Studie bestätigt: Ungewöhnlich viele Mutationen bei Affenpocken-Erreger 


    Der Erreger des aktuellen Ausbruchs von Affenpocken ist laut einer Studie überraschend stark mutiert. Verglichen mit verwandten Viren aus den Jahren 2018 und 2019 gebe es rund 50 Unterschiede im Erbgut, schreibt ein Team aus Portugal im Fachblatt "Nature Medicine". Dies sei weit mehr als anhand früherer Schätzungen für diese Art von Erreger zu erwarten gewesen wäre: grob 6- bis 12-mal mehr. Der abweichende Zweig könne ein Zeichen beschleunigter Evolution sein. Die Arbeit stützt sich vor allem auf Analysen von portugiesischen Fällen.

    Bisher hatten Fachleute mit Blick auf diese Art von Virus von einer grundsätzlich eher langsamen Entwicklung gesprochen - insbesondere verglichen mit den sehr zahlreichen Mutationen von Sars-CoV-2.

    Die Autoren der Studie vermuten hinter dem aktuellen Ausbruch eine oder mehrere Einschleppungen aus einem Land, in dem das Virus dauerhaft vorkommt. Superspreader-Events und internationale Reisen schienen dann die weitere Ausbreitung befördert zu haben. "Unsere Daten liefern zusätzliche Hinweise auf anhaltende virale Evolution und mögliche Anpassung an den Menschen", schreibt das Team um João Paulo Gomes vom National Institute of Health Doutor Ricardo Jorge (INSA) in Lissabon.

    Zur Mutationsrate erklärte der Experte für die Evolution von Viren, Richard Neher (Basel), sie sei "in der Tat überraschend hoch". Die Mutationen hätten ein ganz spezifisches Muster. Die Autoren vermuteten, dass Enzyme des menschlichen Immunsystems für diese Veränderungen im Genom verantwortlich sind.

    "Auch innerhalb des aktuellen Ausbruchs sehen wir diese beschleunigte Mutation. Die Rate ist in etwa bei einer Mutation pro Genom pro Monat - mit einiger Unsicherheit", sagte Neher. Sars-CoV-2 habe etwa zwei Mutationen pro Genom pro Monat, doch dies Genom sei etwa siebenmal kleiner. Solche Vergleiche der Mutationsraten seien jedoch nicht sehr aussagekräftig und sagten nur wenig über die relative evolutionäre Wandelbarkeit der Viren aus.

    Auf die Frage, ob die Mutationen die derzeitige Verbreitung erst möglich gemacht haben, erklärte der Wissenschaftler, dass es darauf seines Wissens keine Hinweise gebe, man es aber nicht ausschließen könne. Die meisten der Mutationen hätten "vermutlich keine dramatischen Auswirkungen".
  • 6/24/20225:43:36 AM

    Mittlerweile fast 5.000 Fälle von Affenpocken weltweit gemeldet  - WHO berät über "Notlage" 


    Weltweit sind in diesem Jahr inzwischen fast 5.000 Affenpocken-Infektionen bei Menschen gemeldet worden. In mehr als 40 Ländern außerhalb Afrikas, in denen Affenpocken bis Mai praktisch unbekannt waren, waren es 3.308 Fälle, wie aus Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC Stand Mittwoch kurz vor Mitternacht MESZ hervorgeht. Dazu kommen nach einer Statistik der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 1.600 Verdachts- oder bestätigte Fälle in acht afrikanischen Ländern, von denen viele solche Ausbrüche seit Jahren kennen.

    Am Donnerstag nahm in Genf der von der WHO einberufene Notfallausschuss zu Affenpocken seine Beratungen auf. Die darin vertretenen Fachleute sollen beurteilen, ob es sich um eine "Notlage von internationaler Tragweite" handelt, die höchste Alarmstufe, die die WHO verhängen kann. Die WHO folgt in der Regel der Empfehlung der Fachleute. Praktische Folgen hätte das nicht, aber es soll alle Länder wachrütteln, nach Fällen Ausschau zu halten und eigene Vorkehrungen zu treffen, um eine Ausbreitung einzudämmen.

    "Die Übertragung von Mensch zu Mensch dauert an und wird wahrscheinlich unterschätzt", sagte der WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus zu den Ausschussmitgliedern. Die meisten gemeldeten Fälle beträfen Männer, die Sex mit Männern haben. In Nigeria sei der Anteil betroffener Frauen höher als anderswo. In Afrika seien auch gut 70 Todesfälle gemeldet worden. Bei Menschen mit eingeschränktem Immunsystem, Schwangeren und kleinen Kindern bestehe bei einer Infektion das Risiko schwerer Krankheitsverläufe. "Es ist wichtig, dass die Länder wachsam bleiben und ihre Kapazitäten verstärken, um eine Ausbreitung zu verhindern", sagte Tedros. 
  • 6/23/20225:28:32 AM

    Notfallausschuss: Ruft WHO heute "Notlage von internationaler Tragweite" aus?


    Die Zahl der Affenpocken-Nachweise steigt in Deutschland und mehr als 40 anderen Ländern. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat deshalb einen Affenpocken-Notfallausschuss einberufen. Unabhängige Fachleute beraten am Donnerstag, ob die öffentliche Gesundheit in größerem Umfang bedroht ist. Dann würden sie die Ausrufung einer "Notlage von internationaler Tragweite" empfehlen. Letztlich liegt die Entscheidung bei der WHO. Das Ergebnis der Beratungen des Expertenrats dürfte erst am Freitag bekannt werden.

    Die WHO ist wegen der Häufung der gemeldeten Fälle besorgt. Das Virus verhalte sich ungewöhnlich und es seien immer mehr Länder betroffen, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Bis Mitte Juni wurden der WHO gut 2100 Fälle gemeldet. Seitdem hat sich die Zahl aber allein in Deutschland schon verdoppelt. Beunruhigend für die WHO ist, dass 98 Prozent der Fälle in Ländern entdeckt wurden, in denen das Virus bislang praktisch unbekannt war, und nicht aus den afrikanischen Ländern, die Ansteckungen seit Jahrzehnten kennen. "Wir wollen nicht warten, bis die Situation außer Kontrolle geraten ist", sagte WHO-Spezialist Ibrahima Socé Fall zur Einberufung des Ausschusses.

    Die Erklärung einer Notlage (PHEIC - Public Health Emergency of International Concern) ist die höchste Alarmstufe, die die WHO zünden kann. Unmittelbare praktische Auswirkungen hat das nicht. Vielmehr soll dies die Aufmerksamkeit der 194 Mitgliedsländer erhöhen. Der Expertenrat gibt Empfehlungen: etwa, dass Kliniken und Praxen nach Fällen Ausschau halten und mit Aufklärung dafür sorgen sollen, dass sich möglichst wenig Menschen anstecken. Der Rat begutachtet auch "das Risiko einer internationalen Ausbreitung und Risiken für den internationalen Verkehr", sagt WHO-Sprecherin Carla Drysdale. Welche Schlüsse Regierungen daraus ziehen, bleibt ihnen selbst überlassen.  

    Wenn die Notlage erklärt wird: Muss die Welt sich auf eine Pandemie wie mit dem Coronavirus einstellen? Nein. Zwar hat die WHO auch nach dem Auftauchen von Sars-CoV-2 am 30. Januar 2020 eine "Notlage von internationaler Tragweite" erklärt. Aber die Krankheiten lassen sich überhaupt nicht miteinander vergleichen. Affenpocken werden nach bisherigem Kenntnisstand hauptsächlich durch engen Körperkontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Nach WHO-Angaben sind 99 Prozent der bisher Betroffenen Männer bis 65 Jahre, die Sex mit Männern haben. Generell kann sich aber jeder infizieren, der engen körperlichen Kontakt mit Infizierten hat. 

    (Gisela Gross/Christiane Oelrich/dpa)
  • 6/22/202210:56:45 AM

    Britische Behörden empfehlen homosexuellen und bisexuellen Männern Affenpocken-Impfung

    Eine am Mittwoch (22. Juni 2022) von der UK Health Security Agency (UKHSA) veröffentlichte Strategie empfiehlt, dass einigen schwulen und bisexuellen Männern, die einem höheren Risiko ausgesetzt sind, Affenpocken ausgesetzt zu sein, Impfstoffe angeboten werden sollten, um den jüngsten Ausbruch des Virus einzudämmen.

    Obwohl jeder an Affenpocken erkranken kann, zeigen Daten des jüngsten Ausbruchs höhere Übertragungsraten innerhalb – aber nicht ausschließlich – der sexuellen Netzwerke von schwulen, bisexuellen und anderen Männern, die Sex mit Männern haben. Das Virus ist derzeit nicht als sexuell übertragbare Infektion definiert, kann aber durch engen und intimen Kontakt beim Sex übertragen werden. Als Reaktion darauf empfiehlt die Impfstrategie der UK Health Security Agency (UKHSA), den Pockenimpfstoff Imvanex, der nachweislich gegen Affenpocken wirksam ist, Männern anzubieten, bei denen ein höheres Expositionsrisiko besteht.
    Die Strategie wird vom Gemeinsamen Ausschuss für Impfung und Immunisierung (JCVI) unterstützt, der zu den Eignungskriterien für den Impfstoff hinzugezogen wurde.

  • 6/22/20228:39:49 AM

    Studie: Inkubationszeit liegt im Schnitt bei 8,5 Tagen

    Im aktuellen Affenpocken-Ausbruch vergehen im Mittel 8,5 Tage zwischen der Infektion und dem Auftreten erster Symptome. Das zeigt jetzt eine niederländische Untersuchung von Forschenden des National Institute for Public Health and the Environment (RIVM). Das Team hat die ersten 31 niederländischen Erkrankungen, die bis zum 31. Mai gemeldet wurden, genauer untersucht. Die große Mehrheit hat nach 
    3,6 bis 17,3 Tagen Symptome entwickelt. Im Mittel betrug die Inkubationszeit 8,5 Tage.

    Das gebe Hinweise auf den wahrscheinlichsten Übertragungsweg, so die Forschenden. Wird das Affenpockenvirus nicht invasiv übertragen (über intakte Haut oder Aerosol), betrage die Inkubationszeit in etwa 13 Tage. Wird der Erreger invasiv übertragen (über Läsionen in der Haut oder Schleimhaut), würden erste Symptome bereits nach 9 Tagen auftreten. Mit dem ermittelten Wert von 8,5 Tagen läge man eng an diesem Wert für eine invasive Übertragung.
  • 6/22/20224:18:34 AM

    Südkorea meldet erste Affenpocken-Verdachtsfälle

    Südkorea meldet erstmals zwei Verdachtsfälle von Affenpocken. Ein Koreaner mit Verdacht auf das Virus habe bei der Einreise aus Deutschland am Dienstag Symptome gezeigt, eine zweite symptomatische Person mit ausländischer Staatsbürgerschaft sei bereits am Montag eingereist, teilte die koreanische Behörde für Seuchenkontrolle und -prävention (KDCA) am Mittwoch mit. Beide Personen seien isoliert und würden in Krankenhäusern behandelt. "Diagnostische Tests und epidemiologische Untersuchungen zu den Affenpocken werden derzeit durchgeführt. Sobald die Ergebnisse vorliegen, wird die Gesundheitsbehörde entsprechende Maßnahmen und Pläne bekannt geben", erklärte die KDCA.

    Anfang des Monats hatte Südkorea Affenpocken in seinem vierstufigen System als Infektionskrankheit zweiten Grades eingeordnet. 22 weitere ansteckende Krankheiten, darunter Covid-19, Cholera und Windpocken, fallen ebenfalls in diese Kategorie.
  • 6/18/20229:49:17 AM

    Erster Affenpocken-Fall in Thüringen

    In Thüringen gibt es den ersten bestätigten Fall einer Affenpocken-Infektion. Laut dem Gesundheitsministerium handele es sich dabei um eine 29-jährigen Mann. Der Betroffene befinde sich in häuslicher Isolation, die Kontaktnachverfolgung habe jedoch keine relevanten Kontakte ergeben. 
  • 6/17/20225:23:09 PM

    Impfstoff gegen Affenpocken in NRW eingetroffen


    Eine Impfstofflieferung gegen Affenpocken hat NRW erreicht. Die Handhabung des tiefgekühlten Impfstoffes ist allerdings nicht leicht. Deshalb soll er an Apotheken der Universitätskliniken gehen. Das Land und das RKI nennen neue Zahlen zu den bisher bestätigten Fällen. Das Land Nordrhein-Westfalen hat rund 7.300 Impfdosen gegen Affenpocken erhalten. Der Pockenimpfstoff dritter Generation komme vom Bund und sei am Freitag geliefert worden, sagte ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums der dpa. Der Impfstoff müsse allerdings bei minus 20 Grad Celsius transportiert und gelagert sowie nach dem Auftauen innerhalb von zwölf Stunden verimpft werden.
    Vor diesem Hintergrund werde an einem Verteilsystem an die Apotheken der Universitätskliniken gearbeitet. Um kurzfristig die Möglichkeit zu schaffen, in medizinisch begründeten dringenden Einzelfällen gegen Affenpocken impfen zu können, würden voraussichtlich am Samstag zunächst einige wenige Impfdosen an die Apotheken der Universitätskliniken in Köln und Düsseldorf geliefert, erklärte er.

    Sollte es im Verlauf des Wochenendes oder Anfang nächster Woche aus medizinischen Gründen geboten sein, Einzelpersonen zu impfen, könne dies im Rahmen einer ärztlichen Einzelfallentscheidung an diesen Universitätskliniken erfolgen. Die weiteren Universitätskliniken des Landes seien darüber informiert, erläuterte der Ministeriumssprecher. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine Impfung gegen Affenpocken für bestimmte Risikogruppen und Menschen, die engen Kontakt zu Infizierten hatten, wie sie in der vergangenen Woche mitteilte. Ein erhöhtes Infektionsrisiko sieht die Stiko bei Männern, die gleichgeschlechtliche sexuelle Kontakte mit wechselnden Partnern haben. Auch Personal von Speziallaboratorien komme unter Umständen für eine vorsorgliche Impfung infrage, teilte die Stiko mit.

  • 6/17/20226:00:00 AM

    Vorbereitungen für Annahme von Pockenimpfstoff angelaufen

    In Rheinland-Pfalz sind die Vorbereitungen für die Annahme einer Lieferung von Pockenimpfstoff des Bundes angelaufen. Das Vakzin soll gegen Affenpocken eingesetzt werden. Wie viele Dosen Rheinland-Pfalz erhalten wird, ist laut Gesundheitsministerium noch nicht bekannt. Die Verfügbarkeit und die Verteilung des Impfstoffes seien eines der Themen bei der Gesundheitsministerkonferenz in der kommenden Woche, sagte eine Sprecherin. Nach Angaben des Bundes geht es deutschlandweit um 40.000 Dosen Pockenimpfstoff.

    In Rheinland-Pfalz ist bislang ein Fall von Affenpocken nachgewiesen. Nach Angaben der Kreisverwaltung in Germersheim (Pfalz) befindet sich der oder die Betroffene seit dem Auftreten von Symptomen im Mai für 21 Tage in Isolation. "Die Person hatte keine Kontakte in der Region, ein Infektionsrisiko kann ausgeschlossen werden", hieß es. Die Infektion habe mit hoher Wahrscheinlichkeit außerhalb Deutschlands stattgefunden. Weitere Informationen könnten «aus Schutzgründen» nicht mitgeteilt werden.
  • 6/16/20221:15:48 PM

    In Afrika wachsen Sorgen wegen Affenpocken

    In Afrika hat die höchste Gesundheitsbehörde seit Jahresanfang 1597 Verdachts-Fälle auf Affenpocken festgestellt. 66 von ihnen seien gestorben. Falls eine weltweite Impfkampagne zur Eindämmung der Seuche gestartet werde, sollte diese auf dem afrikanischen Kontinent beginnen, forderte der Direktor der Behörde, Ahmed Ogwell Ouma, am Donnerstag. "Die Belastung, das Risiko und die Ausbreitung sind höher in Afrika." Fälle gab es unter anderem in der Demokratischen Republik Kongo, Nigeria, Marokko und Ghana.
  • 6/16/20224:48:49 AM

    WHO Europa dringt auf gemeinsame Anstrengungen gegen Affenpocken

    Wegen des Affenpocken-Ausbruchs hat das Regionalbüro Europa der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dringend gemeinsame Anstrengungen und eine gerechte Impfstoffverteilung angemahnt. Europa bleibe das Epizentrum des sich vergrößernden Ausbruchs - mit 25 Ländern, die mehr als 1.500 Fälle gemeldet hätten, sagte Hans Henri Kluge, WHO-Regionaldirektor für Europa, am Mittwoch. Das seien etwa 85 Prozent der weltweiten Gesamtzahl. "Das Ausmaß dieses Ausbruchs stellt ein echtes Risiko dar; je länger das Virus zirkuliert, desto größer wird seine Reichweite und desto stärker wird die Krankheit in nicht-endemischen Ländern Fuß fassen." Damit meinte er Länder, in denen das Virus bis Mai dieses Jahres nicht oder nur selten aufgetreten war.

    Das Virus nutze die Gelegenheiten zur Ausbreitung, die sich bieten - es sei nicht per se mit einer bestimmten Gruppe verbunden, sagte Kluge. Bisher sei die Erkrankung in Europa jedoch hauptsächlich bei Männern, die gleichgeschlechtlichen Sex haben, nachgewiesen worden.

    Dennoch sei der Ausbruch kein Grund, etwa geplante Pride-Veranstaltungen abzusagen, sagte Kluge. Der Sommer mit zahlreichen Events und Festivals sei vielmehr eine Gelegenheit, Teilnehmer mit Informationen über die Krankheit zu erreichen. Steve Taylor, Direktor der European Pride Organisers Association, unterstrich in der gemeinsamen Pressekonferenz mit Kluge und mit Blick auf rund 750 geplante Pride-Events die Zusammenarbeit mit der WHO. Man wolle mit Fakten darauf hinwirken, dass die Menschen sich, ihre Liebsten und ihre Community schützen könnten.

    Zu den Wegen, auf denen das Virus übertragen werden kann, gehören enger Körperkontakt, etwa beim Sex, und längerer Face-to-Face-Kontakt. Letzteres kann zum Beispiel eine Infektion über Tröpfchen sein. Für Deutschland spricht das Robert Koch-Institut (RKI) mit Stand Mittwoch von 263 bestätigten Fällen.

    Um den Ausbruch unter Kontrolle zu bringen, müssten Regierungen, Gesundheitsorganisationen und Zivilgesellschaften dringend gemeinsam handeln, sagte Kluge. Die Fehler der Covid-19-Pandemie, etwa der Egoismus vieler Länder im Umgang mit Impfstoffen, dürften nicht wiederholt werden.
  • 6/15/20224:43:35 PM

    Bislang sechs Affenpocken-Fälle im Südwesten nachgewiesen

    Bereits Ende Mai meldet auch Baden-Württemberg einen ersten Fall von Affenpocken im Land. Weitere Fälle folgen. Schon bald soll in großer Zahl Pockenimpfstoff verfügbar sein. Die Zahl der Affenpocken-Fälle in Baden-Württemberg hat sich mittlerweile auf sechs erhöht. Die Infizierten kommen nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Stuttgart aus den Kreisen Ravensburg, Ludwigsburg, dem Ortenaukreis sowie aus Freiburg und Ulm.
    Der erste Affenpocken-Fall im Südwesten war Ende Mai nachgewiesen worden und betraf einen Mann aus dem Ortenaukreis. Es handelte sich um einen Reiserückkehrer aus Spanien. Zuletzt wurden auch Fälle bei Menschen bekannt, die nicht im Ausland waren. Bundesweit waren dem Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin bis Dienstag 229 Affenpocken-Fälle aus elf Bundesländern bekannt. Das RKI schätzt demnach das Risiko für die Gefährdung der Gesundheit der breiten Bevölkerung in Deutschland weiterhin als gering ein.

  • 6/15/20221:02:18 PM

    Affenpocken im Sperma von Patienten? WHO prüft Berichte

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht Berichten über Funde von Affenpockenviren im Sperma von Patienten nach. Sie will nun prüfen, ob die Krankheit auch sexuell übertragen werden kann, wie eine WHO-Vertreterin am Mittwoch (16. Juni 2022) erklärte. Gleichzeitig bekräftigte die WHO, dass das Virus hauptsächlich durch engen zwischenmenschlichen Kontakt übertragen wird. Es sei unklar, ob durch die jüngsten Berichte der Schluss gezogen werden könne, dass das Affenpockenvirus auch sexuell übertragbar ist, erklärte Catherine Smallwood, Leiterin der Abteilung Affenpocken beim WHO-Regionalbüro für Europa. „Das könnte etwas sein, das wir bei dieser Krankheit bisher nicht kannten“, sagte sie. Man müsse sich aber auf den häufigsten Übertragungsweg konzentrieren. "Und wir sehen eindeutig, dass dieser mit Haut-zu-Haut-Kontakt zusammenhängt."

    In den vergangenen Tagen haben Wissenschaftler Virus-DNA im Sperma einiger Affenpocken-Patienten in Italien und Deutschland nachgewiesen. Darunter ist eine im Labor getestete Probe, die darauf hindeutet, dass das im Sperma eines einzelnen Patienten gefundene Virus in der Lage ist, eine andere Person zu infizieren und sich zu vermehren. Seit Anfang Mai wurden aus rund 30 Ländern, vor allem in Europa, mehr als 1300 Affenpocken-Fälle gemeldet. Die meisten davon bei Männern, die Sex mit Männern haben. Die Viruserkrankung tritt hauptsächlich in West- und Zentralafrika auf und nur sehr selten andernorts, was die gegenwärtigen Ausbrüche ungewöhnlich macht. Wissenschaftler versuchen herauszufinden, was der Grund für den aktuellen Ausbruch ist, woher er kommt und ob sich etwas an dem Virus geändert hat.

    Der Nachweis viraler DNA bedeutet nicht zwangsläufig, dass es sich bei Affenpocken um eine sexuell übertragbare Krankheit wie HIV/AIDS oder Syphilis handelt. Virale DNA von verschiedenen Viren, darunter auch das Zika-Virus, wurde bereits in Sperma gefunden. Aber es ist unklar, ob das Vorhandensein von genetischem Material das Risiko einer sexuellen Übertragung erhöht. Ob Affenpocken durch Sperma oder Vaginalsekret verbreitet werden können, ist nach Einschätzung des deutschen Robert-Koch-Instituts noch nicht abschließend geklärt, scheint aber möglich.

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