Rassismus-Eklat in Portugal

Affenlaute der Zuschauer lösen Tumulte in Guimaraes aus - Porto-Star verlässt den Platz

17. Februar 2020 - 14:42 Uhr

Zuschauer beleidigen Moussa Marega

In der portugiesischen Liga hat es einen Rassismus-Eklat gegeben. Im Spiel zwischen Vitoria Guimaraes und dem FC Porto verließ Moussa Marega zwölf Minuten nach seinem Siegtreffer zum 2:1-Endstand (60.) das Spielfeld, weil ihn ein Teil der Zuschauer rassistisch beleidigten.

Schiedsrichter verwarnt Marega wegen 'provokanter Geste'

Beim Torjubel hatte der Malier auf seinen Unterarm gedeutet, wohl um auf seine Hautfarbe hinzuweisen. Aus dem Guimaraes-Block flogen Sitzsschalen. Als Marega eine davon aufhob, verwarnte der Schiedsrichter ihn. Darauhin velor der Stümer endgültig die Fassung. Teamkollegen, der eigene Coach und sogar Spieler von Guimaraes versuchten, den 28-Jährige daran zu hindern, das Feld zu verlassen. Doch der Nationalspieler Malis, der in der Saison 2016/17 für Guimaraes spielte, ließ sich in minutenlangen Diskussionen nicht beruhigen und ging in der 72. Minute vom Platz. Für ihn kam Wilson Manafa.

"Idioten im Stadion"

Der in Frankreich geborene Marega schimpfte anschließend in einem wütenden Instagram-Post über die "Idioten, die ins Stadion kommen, um rassistische Parolen zu schreien", "bedankte" sich aber auch bei den Unparteiischen, "dass sie mich nicht verteidigt haben und mir eine Gelbe Karte gegeben haben, weil ich meine Hautfarbe verteidige".

Porto-Coach: "Wir sind Menschen, wir verdienen Respekt"

Porto-Trainer Sergio Conceicao erklärte nach dem Spiel, Marega sei schon seit dem Aufwärmen beleidigt worden. "Wir sind völlig empört über das, was passiert ist. Wir sind eine Familie, unabhängig von Nationalität und Hautfarbe. Wir sind Menschen, wir verdienen Respekt", sagte der 45-Jährige.