Überlebende Schimpansen aus dem Krefelder Zoo

Bally und Limbo geht es gut!

Krefelder Zoo - überlebende Schimpanse
© dpa, Hella Hellmann, mg

09. Januar 2020 - 12:15 Uhr

Neuigkeiten aus dem Zoo Krefeld auf Facebook

Die Schimpansen Bally und Limbo überlebten als einzige die Feuerkatastrophe im Krefelder Affenhaus, bei der mehr als 30 ihrer Artgenossen starben. Jetzt hat der Zoo auf Facebook ein Update zu ihrem Zustand gegeben: Den beiden geht es sechs Tage nach dem Brand den Umständen entsprechend gut.

Schimpansen sind noch in den Krankenräumen des Zoos

"Sie haben Verbrennungen an Händen, Füßen und im Gesicht, aber das Haarkleid ist vollständig erhalten. Beide essen und trinken gut", schreibt der Zoo zu einem Bild eines der Schimpansen auf seiner Facebook-Seite. Die Schimpansen seien derzeit noch in den Krankenräumen des Zoos, sollen aber in den nächsten Tagen in einen nicht-einsehbaren Abschnitt der Gorilla-Gartenanlage ziehen. Das Gorilla-Gehege war als einziger Teil der Affenanlage von dem Feuer verschont geblieben.

Die beiden Schimpansen überlebten das Feuer im Affenhaus als einzige

"Wir spüren, dass ihnen die Betreuung durch die vertrauten Pfleger auch seelischen Halt gibt", schreibt der Zoo weiter. Bally und Limbo haben bei dem Feuer viele ihrer Artgenossen und auch Familienmitglieder verloren, entkamen dem Flammen-Inferno selbst nur knapp. Die Menschenaffen sind uns ähnlicher, als wir denken – auch sie merken vermutlich, dass viele der Tiere, mit denen sie vorher jeden Tag zusammen waren, nicht mehr da sind. Der Verlust und auch das Feuer hat sie wahrscheinlich traumatisiert.

Trauernde Tierpfleger: Keine Urnengrabstätte auf dem Zoogelände

01.01.2020, Nordrhein-Westfalen, Krefeld: Feuerwehrleute stehen nach Löscharbeiten vor dem Affenhaus im Krefelder Zoo. Nach dem Brand des Affenhauses im Krefelder Zoo mit vielen toten Tieren gibt es laut Ermittlern Hinweise auf sogenannte chinesische
Das Affenhaus im Krefelder Zoo brannte in der Silvesternacht komplett ab.
© dpa, Andreas Drabben, drabben andreas

Auch für die Pfleger, die die Tiere teils jahrelang betreuten, sitzt der Schock und die Trauer um die Tiere noch tief. Im Rahmen der Trauerbewältigung hätten sie sich jetzt aber gegen eine Urnengrabstätte auf dem Zoogelände ausgesprochen, so der Zoo. Zukünftig solle aber ein Gedenkort errichtet werden.

Bereits drei Tage nach dem Feuer hatte eine Sprecherin des Zoos bekannt gegeben, dass die Tiere nicht bestattet werden können. Denn bei den Affen aus dem Zoo handelt es sich um Wildtiere – diese dürfen in Deutschland nicht beerdigt werden. Die Leichen der Affen wurden dem Veterinäruntersuchungsamt übergeben.

Himmelslaternen waren wohl Auslöser für das Feuer im Krefelder Zoo

05.01.2020, Nordrhein-Westfalen, Krefeld: Ein Meer von Kerzen und Blumen liegt vor dem Eingang des Zoos. Nach dem verheerenden Brand im Affenhaus haben viele Besucher ihrer Trauer damit Ausdruck verliehen. Bei dem Feuer in der Nacht zu Neujahr starbe
Nach dem verheerenden Brand im Krefelder Zoo waren dort hunderte Kerzen, Briefe und Stofftiere abgelegt worden.
© dpa, Roberto Pfeil, rp jai

Das Feuer war in der Silvesternacht vermutlich von drei Frauen verursacht worden, die in Deutschland verbotene Himmelslaternen steigen ließen. Die Verursacherinnen seien am Boden zerstört und sich der möglichen Folgen der Laternen nicht bewusst gewesen, sagte ein Polizeisprecher kurz nach dem Vorfall. Trotzdem werden sie im Internet teilweise mit dem Tod bedroht. Das Feuer hatte in ganz Deutschland für Entsetzen gesorgt.