Sogenannte Wunschlaternen mutmaßlich Auslöser des tödlichen Feuers

Affenhaus im Krefelder Zoo abgebrannt - Polizei: Handschrift führt zu Verdächtigem

02. Januar 2020 - 9:41 Uhr

Brand im Affenhaus: Zoo Krefeld trauert um über 30 tote Tiere

Mehr als 30 Tiere, unter ihnen viele Menschenaffen, sind beim Brand in der Silvesternacht im Affenhaus des Krefelder Zoos gestorben. Als Brandursache vermutet die Polizei verbotene Himmelslaternen, die mit Wünschen beschrieben in die Luft geschickt wurden. Nach RTL-Informationen haben die Ermittler die Handschrift eines dieser Wünsche einem Verdächtigen zuordnen können. Am Neujahrstag hatte sich eine Gruppe junger Menschen gemeldet, die in Krefeld Himmelslaternen angezündet und losgeschickt hatte. Mehr zu ihren Ermittlungsergebnissen verkündet die Polizei am Donnerstagmittag in einer Pressekonferenz. Bilder vom Brand und der Trauer danach - im Video.

Himmelslaternen aufsteigen zu lassen, ist in NRW verboten

Drei Himmelslaternen habe die Polizei im Umfeld des Brandortes sicherstellen können, erklärte Gerhard Hoppmann von der Polizei Krefeld. Diese seien handschriftlich mit guten Wünschen verziert worden. Eine offene Flamme sorgt für die heiße Luft, die die ballonartigen Himmelslaternen aufsteigen lässt. In fast allen Bundesländern sind sie 2009 nach dem tragischen Tod eines Zehnjährigen verboten worden - auch in Nordrhein-Westfalen.

Da es lediglich verboten ist, die sogenannten Wunschlaternen fliegen zu lassen, dürfen sie allerdings verkauft werden. In Krefeld gab es sie unter anderem in einem ortsansässigen Supermarkt im Sonderangebot zu kaufen, auch im Online-Handel sind sie einfach zu bekommen. Nach dem Brand bleibt der Zoo am Donnerstag geschlossen.

Zwei Schimpansen gerettet, Gorillas im angrenzenden Gehege unversehrt

Besucher des Affenhauses im Krefelder Zoo werden gebeten, keine auffälligen Mützen oder Karnevalskostüme zu tragen. Das bereitet dem Senior-Silberrücken Gorilla "Massa" Stress. Foto: Roland Weihrauch
Senior-Gorilla Massa im Krefelder Zoo
© DPA

Unter den Opfern des Brandes war auch Massa, als ältester Zuchtgorilla Europas bekannt geworden. Er wurde 48 Jahre alt. "Ich habe ihn altern sehen", sagte der Direktor über den seit langem in Krefeld lebenden Senior-Affen. Laut einer Sprecherin waren unter den toten Tieren auch kleinere Affen wie goldene Löwenäffchen und Zwergseidenäffchen sowie Flughunde und Vögel. Ein direkt angrenzendes Gehege mit weiteren Gorillas war von den Flammen verschont geblieben. Dort lebt eine junge siebenköpfige Gorillafamilie. Gorilla-Junge Bobóto feierte an Silvester noch seinen ersten Geburtstag.