Affenhaus-Brand in Krefelder Zoo

Polizist musste Gorilla mit Maschinenpistole erschießen

© dpa, Andreas Drabben, drabben andreas

16. Januar 2020 - 9:18 Uhr

Tierärztin schaffte es nicht, das Tier aus dem Krefelder Zoo einzuschläfern

Mehr als 30 Affen starben in der Silversternacht bei dem verheerendem Brand im Affenhaus des Krefelder Zoos. Ein Bericht des Innenministeriums zeigt, wie belastend der Einsatz für die Rettungskräfte gewesen sein muss. Ein Polizist musste einen Gorilla mit einer Maschinenpistole von seinem Leid erlösen.

Polizisten mit Maschinenpistolen rund um das Affenhaus

Seit 1975 lebte Gorilla Massa im Krefelder Zoo.
Gorilla Massa starb bei der Katastrophe. Der Silberrücken war 48 Jahre alt und der älteste Zuchtgorilla in Europa.
© deutsche presse agentur

Der schwer verletzte Affe musste am Morgen durch mehrere Schüsse getötet werden, da die Tierärztin es nicht schaffte, das Tier einzuschläfern. Ein Polizist übernahm die Aufgabe nach Freigabe durch den Polizeiführer. Mit dem 34-jährigen Schützen seien in den folgenden Tagen aus Fürsorge mehrere "intensive Gespräche" geführt worden, heißt es in dem Bericht an den Landtag.

Laut Polizei gab es keine Alternative, als das leidende Tier zu erschießen. "Unsere Kollegen waren zur Tötung des Tieres durch Kugelschuss nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet. Ansonsten hätten sich unsere Kollegen nach dem Tierschutzgesetz (§ 17) strafbar machen können", so die Polizei in einem Statement.

Laut Innenministerium hatten sich bereits während des Brandes Polizisten mit Maschinenpistolen rund um das Affenhaus postiert, um notfalls verletzte oder panische Tiere zum Schutz der Einsatzkräfte zu stoppen. Dazu kam es nicht. Die Retter gingen laut dem Bericht davon aus, dass alle Tiere tot sind. Gegen 8 Uhr morgens wurden zwei schwer verletzte Tiere gefunden, ihnen geht es heute wieder besser. Zwei weitere Tiere mussten von der Tierärztin eingeschläfert werden.

"Der Bericht des Innenministeriums lässt nur erahnen, wie belastend der Einsatz für die Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei sowie die Mitarbeiter des Zoos gewesen sein muss", sagte die innenpolitische Sprecherin der Grünen, Verena Schäffer.

Brand-Verursacherinnen des Affenhaus-Brands in Krefeld am Boden zerstört

Der Brand in der Silvesternacht war ausgebrochen, nachdem eine Mutter und ihre Töchter fünf Himmelslaternen steigen gelassen hatten, die in Deutschland verboten sind. "Die Damen haben das mit guten Wünschen und besten Gedanken getan und sind jetzt völlig am Boden zerstört", erklärte Ermittlungsleiter Gerhard Hoppmann im Interview mit RTL-Reporter Ulrich Klose.

Gorilla-Familie überlebte die Katastrophe

Die Schimpansen Bally und Limbo überlebten die Feuerkatastrophe im Affenhaus als einzige. Den beiden geht es den Umständen entsprechend gut, wie der Zoo auf seiner Facebookseite bekanntgab. Auch eine Gorilla-Familie mit einem Baby entging der Flammenhölle, weil die Tiere in einem angrenzenden Gehege leben.