Nach Abwahl von AfD-Mann Brandner im Rechtsausschuss

AfD-Spitze greift Journalisten an: „Eine dämliche Frage“

14. November 2019 - 10:53 Uhr

Markus Decker fragt kritisch nach

Es ist ein Novum in der Geschichte des Bundestages: Der AfD-Politiker Stephan Brandner ist von seinem Posten als Vorsitzender des Rechtsausschusses abgewählt worden. Nachdem Brandner wiederholt mit umstrittenen Äußerungen auf Twitter aufgefallen war, hatten die anderen Fraktionen genug und feuerten ihn. Doch nicht nur das war denkwürdig: Anschließend löste die AfD-Spitze auf einem Pressetermin einen Sturm der Entrüstung aus.

Zwei Fragen kommen gar nicht gut an

Es waren nur wenige Minuten, in denen sich die AfD-Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel und Alexander Gauland zusammen mit dem abgewählten Brandner den Journalisten stellten. Einer von ihnen: Markus Decker vom Redaktionsnetzwerk Deutschland. Von Gauland wollte er wissen: "Wie hoch muss denn der Antisentimismus sein, Herr Gauland, bis ihnen mulmig wird?" Brandner hatte zuvor die Bundesverdienstkreuz-Auszeichnung von Udo Lindenberg mit dem Hashtag "Judaslohn" verhöhnt. Weidel blaffte: "Was für eine dumme Frage. Meinen Sie das ernst?" Und legte nach: "Das zeugt absolut von Nicht-Bildung."

Auch die Frage, ob und von wem die Stelle des Ausschussvorsitzenden nachbesetzt werden würde, konnte die AfD-Spitze noch nicht beantworten. Als Deckert mit der Frage "wird das eine integre Persönlichkeit sein?" erneut nachhakte, meinte Weidel: "Schon wieder so eine dämliche Frage."  Auch Gauland wurde laut - die Szenen aus der Pressekonferenz und wie Decker die Situation wahrnahm, sehen Sie im Video.​

Lob und Kritik im Netz

Die Äußerungen verbreiteten sich daraufhin im Netz. Decker musste dafür viel Kritik von AfD-Befürwörtern einstecken, erhielt aber auch Lob für sein kritisches Nachfragen.

Für Decker hatte das Gebahren der AfD-Politiker eine klare Botschaft: "Gauland und Weidel führen eine Fraktion, die im Falle einer Regierungsübernahme vermutlich sehr schnell versuchen würde zu bestimmen, welche Fragen noch gestellt werden dürfen und welche nicht", schreibt er in seinem Artikel.