Ärztekammerchefin Wenker hält Ausgangssperren für sinnvoll

Martina Wenker, Ärztekammerpräsidentin von Niedersachsen. Foto: Guido Kirchner/dpa/Archivbild
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20. März 2020 - 14:21 Uhr

Niedersachsens Ärztekammerpräsidentin Martina Wenker hat sich dafür ausgesprochen, beim Thema Ausgangssperren dem Rat von Experten für Infektionskrankheiten zu folgen. "Ich plädiere für eine sofortige Verhängung von Ausgangssperren in allen Bundesländern, wenn dies vom Robert Koch-Institut aus infektionsepidemiologischen Gründen für notwendig erachtet wird", sagte die Lungenärztin am Freitag.

Damit stellte sie sich gegen den Präsidenten der Bundesärztekammer Klaus Reinhardt. Er hatte sich im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) gegen Ausgangssperren in Deutschland gewandt, weil diese eine gespenstische Atmosphäre schafften, "die die Menschen extrem ängstigt". Dies könne auch dazu führen, dass die Solidarität in der Gesellschaft auseinanderbreche.

Wenker sagte dagegen: "Nicht die Ausgangssperre selbst schafft eine gespenstische Atmosphäre, sondern die Viruspandemie. Ich bin mir sicher, dass die allermeisten Bürgerinnen und Bürger dafür Verständnis aufbringen werden, um sich und andere zu schützen." Notwendige Fahrten zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen seien selbst dann noch erlaubt, betonte die niedersächsische Ärztechefin.

Quelle: DPA