Ärzte warnen vor Trend: Schlafmittel für Kinder, damit Eltern ihre Ruhe haben

18. April 2018 - 12:23 Uhr

Erschreckender Test: So leicht bekommen Eltern Schlafmittel in der Apotheke

Wenn Kinder nicht einschlafen können, bekommen sie einfach ein paar "Zaubertropfen". Immer mehr Eltern in Deutschland stellen Kinder mit Schlafmitteln ruhig - ein gefährlicher Trend, vor dem Mediziner warnen. "Es kann - auch bei niedrigen Dosen - zum Atemstillstand kommen", sagte Hermann Josef Kahl, Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Unsere Reporterin Vanessa de Lacaze hat die Mutter eines Schreikindes getroffen, die ihr unter Tränen gesteht, wie sehr sie ihr Baby an den Rand der Verzweiflung gebracht hat. Außerdem hat sie in Apotheken getestet, wie leicht Eltern an Schlafmittel für Kinder kommen. Das erschreckende Ergebnis sehen Sie im Video oben. Dort zeigen wir Ihnen auch, mit welchen Hilfsmitteln Babys gefahrlos einschlafen können.

Hustenstiller und Allergiemittel zweckentfremdet - so gefährlich ist das

Schlafmittel für Kinder sind gefährlich: Sie können psychisch abhängig machen und innere Organe wie Leber und Niere schädigen. Außerdem könnten die Mittel, die auf das Gehirn wirken, abhängig machen. Kinderkardiologe Hermann Josef Kahl erklärt im Video, wie gefährlich solche Medikamente für Kinder sind und gibt übernächtigten Eltern hilfreiche Tipps für den besseren Schlaf der Kleinen.

Oft sind es unter anderem Hustenstiller oder Allergiemittel, von denen sich die Eltern Ruhe im Kinderbettchen versprechen. Diese Medikamente sind frei verkäuflich und nicht rezeptpflichtig. Sie den Kindern einfach zu geben, damit sie besser schlafen, ist jedoch höchstgefährlich. 

So lernen Babys schlafen: Rituale helfen!

Babys müssen das Schlafen erst lernen. Helfen können Rituale und ständiges Hinterfragen: Ist das Baby sauber? Ist es satt? Auch der Stress, den die Eltern selbst haben, kann sich auf die Kleinen übertragen. Der Experte rät, wann immer sich die Möglichkeit bietet, in der Tagesschlafzeit des Kindes selbst mitzuschlafen. "Dann soll die Mutter nichts mehr tun im Haushalt oder in der Wohnung", so der Kinderkardiologe. Nach der Schlafpause ist die Kraft wieder da und die Eltern sind in der Lage, mit der Situation viel besser umzugehen.

Wer keinen Ausweg aus der Dauererschöpfung sieht, kann jederzeit Hilfe von außen bekommen, beispielsweise von einer Schreiambulanz. Und bei vielen Kindern zwischen null und drei Jahren sind Schlafprobleme auch phasenbedingt und erledigen sich irgendwann von selbst.