Ärzte ohne Grenzen: Lage in Haiti schrecklich

11. Februar 2016 - 12:42 Uhr

Trotz des weltweit größten humanitären Einsatzes nach dem Erdbeben vor einem Jahr ist die Lage in Haiti weiter dramatisch. Wie die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen am Montag in einer Jahresbilanz berichtete, leben die Haitianer inmitten einer landesweiten Cholera-Epidemie mit bisher mehr als 3.600 Toten weiterhin unter schrecklichen Lebensbedingungen. Es gebe weiter Probleme bei der Versorgung mit Unterkünften und Wasser sowie der medizinischen Hilfe.

Ärzte ohne Grenzen geht davon aus, dass bis Ende 2010 die gesamten 104 Millionen Euro ausgegeben wurden, die Privatpersonen für die Nothilfe-Aktivitäten spendeten. Der Zugang zur Basisgesundheitsversorgung seit dem Erdbeben am 12. Januar 2010 habe sich insgesamt verbessert. Doch zeige die rasante Ausbreitung der Cholera im Land die Grenzen des internationalen Hilfssystems, wirksam auf neue Notfälle zu reagieren, heißt es in dem Bericht. Die Internationalen Organisationen müssten akute Bedürfnisse erfüllen und gleichzeitig langfristige Wiederaufbaupläne fortsetzen.

"Die schwere Verwüstung durch das Erdbeben hat eine besondere Großzügigkeit bei privaten Spendern überall auf der Welt ausgelöst und das Versprechen der internationalen Gemeinschaft, Haiti besser wieder aufzubauen", sagte Stefano Zannini, Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen in Haiti. "Aber heute ist traurige Realität, dass viele Menschen extrem verletzbar bleiben. Besonders, weil sie mit der Cholera-Epidemie einer zweiten und weitgehend vermeidbaren Katastrophe begegnen."