Seine Haut ist zu 80 Prozent mit Muttermalen bedeckt

Ärzte hatten Artyom schon aufgegeben: "Panda-Junge" öffnet die Augen

17. September 2020 - 14:03 Uhr

Im Video: Artyoms Geschichte und seine schönsten Bilder

Artyom ist ein ganz besonderes Baby – und zwar nicht nur, weil er durch eine seltene angeborene Zellmutation fast am ganzen Körper mit riesigen, dunklen Muttermalen bedeckt ist. Denn in erster Linie ist Artyom vor allem eins: ein kleines Wunder! Erst als das Baby in einem Krankenhaus in Armenien zur Welt kam, merkten die Ärzte und seine Eltern, dass der kleine Racker anders ist als andere Babys. 80 Prozent seines Körpers sind von den sogenannten Riesennävi überzogen, teilweise auch seine Augen. Zudem litt das Neugeborene an Spina bifida (offener Rücken), einer Fehlbildung der Wirbelsäule.

Die Ärzte gingen nicht davon aus, dass Artyom die Augen jemals öffnen würde. Sie boten den jungen Eltern sogar an, ihn einfach im Krankenhaus zu lassen. Aber Artyom ist ein Kämpfer und seine Eltern glaubten von Anfang an an ihn. Wie niedlich der Kleine "Panda-Junge", wie seine Eltern ihn liebevoll nennen, ist, sehen Sie im Video.

Kongenitaler melanozytärer Nävus: Was steckt dahinter?

Bei einem Kongenitalen Nävus handelt es sich um eine gutartige, meist sehr große und dunkel gefärbte Hautveränderung, die schon bei der Geburt vorhanden ist. Aufgrund der Größe spricht man auch von einem Riesennävus. Grund für die großen Male ist eine Zellmutation, die noch im Mutterleib geschieht, meist innerhalb der ersten 12 Wochen. Die Geburtsmale treten unabhängig von Geschlecht oder Hautfarbe auf. Vor allem große Nävi, die – wie im Falle von Artyom – ganze Körpersegmente bedecken, sind sehr selten und treten nur bei etwa einem von 500.000 Babys auf. Solche mit einer Größe ab 10 Zentimetern findet man ungefähr bei einem von 20.000 Neugeborenen.

Sind Riesennävi gefährlich?

Schmerzen oder unmittelbare körperliche Einschränkungen gehen mit Riesennävi nicht einher. Allerdings ist auf den Muttermal-Flächen das Hautkrebsrisiko stark erhöht. Artyoms Eltern müssen daher gut aufpassen, dass der Kleine möglichst wenig direkte Sonneneinstrahlung abbekommt. Auf Instagram wollen Mariam (26) und Taron Petrosyan (28), die Eltern von Artyom, seine Entwicklung festhalten und anderen Betroffenen Mut machen.

Auch Yulianna Yussef will mit ihrem Instagram-Account dafür sorgen, dass andere Menschen mit Riesennävi sich nicht so ausgegrenzt fühlen, wie sie es in ihren jungen Jahren tat. Die junge Frau zeigt mit ihren Bildern, dass sie wunderschön ist – nicht trotz, sondern wegen ihrer Riesenmale.

So will Yuliana Hautkrebs den Kampf ansagen

Da sie selbst auch ein erhöhtes Hautkrebsrisiko hat, hat Yuliana einen Scanner entwickelt, mit dem Menschen zu Hause Veränderungen in ihren Muttermalen identifizieren können, um so dem gefährlichen Hautkrebs vorbeugen zu können. Sie plant, mit einer Kickstarter-Kampagne genug Geld zu sammeln, um mit dem sogenannten Neviscope in Produktion gehen zu können.