Ärzte beklagen Planungsunsicherheit bei Impfstofflieferungen

Spritzen mit einem Corona-Impfstoff liegen nebeneinander. Foto: Sven Hoppe/dpa
Spritzen mit einem Corona-Impfstoff liegen nebeneinander. Foto: Sven Hoppe/dpa
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07. Dezember 2021 - 6:22 Uhr

Weimar (dpa/th) - Angesichts gedrosselter Liefermengen für den Impfstoff von Biontech beklagt die Kassenärztliche Vereinigung Thüringens (KVT) Planungsunsicherheit bei der Impfkampagne. Die Arztpraxen etwa dürften nur 30 Biontech-Dosen pro Woche bestellen. In der vergangenen Woche hätten etliche Praxen jedoch nur sechs bis zwölf Dosen erhalten, sagte eine KVT-Sprecherin auf Anfrage. Das mache es schwer, Termine zu planen.

Auch an den Impfstellen des Landes müsse man derzeit immer die Liefermengen abwarten, um verbindlich Termine freischalten zu können. "Wir wünschen uns alle mehr Planungssicherheit", sagte sie. In der vergangenen Woche hätten zudem 100.000 Menschen ein Schreiben erhalten, wonach sie kurzfristig von Biontech auf Moderna umgebucht wurden. Einige hätten in der Folge auch von ihrem Impftermin abgesehen. Die Sprecherin machte klar, dass sich beide Impfstoffe qualitativ in nichts nachstehen.

Mit Blick auf den Bund-Länder-Beschluss von vergangener Woche, wonach auch Zahnärzte und Apotheker in die Impfkampagne eingebunden werden sollen, zeigte sie sich skeptisch. "Knapp ist nicht das Personal, sondern der Impfstoff." Wenn man nun das rare Gut auf mehr Stellen verteile, bedeute das nicht unbedingt, dass mehr Impfungen stattfinden.

Insgesamt seien in der vergangenen Woche über 100.000 Corona-Impfungen verabreicht worden. Rund 63.000 Spritzen wurden den KVT-Zahlen zufolge bei den Vertragsärzten gesetzt. Knapp 50.000 Impfungen entfielen auf die Impfstellen im Land und die mobilen Impfteams. Vor allem die Booster-Impfungen hatten in den letzten Wochen zu starken Anstiegen bei den Impfzahlen geführt.

Für die kommende Zeit ist zudem eine Erweiterung der Impfkapazitäten von 30 auf über 50 Impfstrecken in den Impfstellen geplant, wie die Sprecherin weiter sagte. Der Hochlauf geschehe derzeit auch mit personeller Unterstützung der Bundeswehr. "Theoretisch sind dann fast doppelt so viele Impfungen möglich", sagte sie. In Gera soll am Mittwoch ein überregionales Impfzentrum die bisherige Impfstelle ersetzen. Auch in Jena oder Sömmerda sei eine Erweiterung der Kapazitäten bereits vollzogen. In anderen Städten stehe das noch aus.

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Quelle: DPA