Aersolforscher klärt auf

Aerosole im Großraumbüro - DAS ist der sicherste Sitzplatz

Mit Maske im Büro? Es gibt noch andere Wege, das Infektionsrisiko zu senken. Je nachdem, wo die Angestellten sitzen, ist das unterschiedlich hoch.
Mit Maske im Büro? Es gibt noch andere Wege, das Infektionsrisiko zu senken. Je nachdem, wo die Angestellten sitzen, ist das unterschiedlich hoch.
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04. Mai 2021 - 14:40 Uhr

Schutz vor einer Ansteckung im Büro: So klappt's

Im Moment herrscht in den meisten Großraumbüros gähnende Leere. So gut es geht steigen Arbeitnehmer aufs Homeoffice um. Wer doch vor Ort sein muss, der setzt sich dem Risiko aus, sich auf der Arbeit mit Corona anzustecken. Um sich davor zu schützen, helfen nicht nur Maske und Co. Auch die Wahl des Arbeitsplatzes kann einen Effekt haben! Wir verraten Ihnen, wo Sie im Großraumbüro Platz nehmen sollten und wo eher nicht.

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Experte rät: Ab ans Fenster!

Allgemein gilt: In geschlossenen Räumen ist das Risiko höher, sich zu infizieren, als an der frischen Luft. Davon sind auch Großraumbüros nicht ausgenommen, sagt Aerosolforscher Dr. Christof Asbach im Gespräch mit RTL. Denn hier können sich Viren konzentrieren, während sie draußen schnell abtransportiert werden und sich die Konzentration in der Luft rasant verdünnt. Deshalb sollten Arbeitnehmer die Außenbedingungen nachkonstruieren – und dafür heißt es: Fenster auf!

Arbeitnehmer, die in der Mitte des Raumes sitzen, sollten sich deshalb schleunigst einen neuen Platz suchen. Am besten wählen Sie stattdessen einen Schreibtisch am Fenster, rät der Experte. Denn der Sitzplatz punktet nicht nur mit einer schönen Aussicht. "Prinzipiell gilt: So lange ich am geöffneten Fenster und das bedeutet am vollständig geöffneten Fenster sitze, atme ich nur Außenluft ein. Und dass von außen Viren hereinströmen, ist äußerst unwahrscheinlich. Solange ich am geöffneten Fenster sitze, ist mein Risiko deutlich reduziert", sagt er.

Lese-Tipp: Wie hoch das Risiko ist, sich im Büro mit dem Corona-Virus zu infizieren, haben Forschende herausgefunden. Und es ist wesentlich höher als im Fitnessstudio und im Kino!

Besser nebeneinander als gegenüber sitzen

Außerdem gilt: Wer die Wahl hat, sollte sich lieber neben den Kollegen setzen und nicht den Platz gegenüber wählen. Denn beim Ausatmen und Sprechen stoßen wir mehr Aerosole und wenn wir infiziert sind damit auch Viren aus, so Asbach: "Wenn mir jetzt jemand sehr nah gegenüber sitzt oder steht, könnte mein Gegenüber diese Wolke direkt einatmen." Gegen dieses direkte Infektionsszenario kommt auch das offene Fenster nicht an.

Wichtig ist trotzdem, Abstand zueinander zu halten. Und: Sich beim Quatschen dann nicht zum Kollegen zu drehen. "Wir alle haben mal gelernt, dass man sich anguckt, wenn man miteinander spricht. Das ist in diesem Fall eher kontraproduktiv. Wenn man den Kopf einander zuwendet, hat man wieder die Situation, die man vermeiden möchte."

Arbeitsplatz mit Plexiglasscheibe nur in Fensternähe

In vielen Büros trennen inzwischen Plexiglasscheiben die Arbeitsplätze voneinander ab. Doch das hilft nur wenig, sagt Aerosol-Experte Dr. Gerhard Scheuch auf RTL-Nachfrage: "Scheiben sind nebeneinander sitzend überflüssig." Wenn es sich jedoch nicht vermeiden lässt, dass man dem Kollegen ohne einen Abstand von 1,5 Metern gegenüber sitzt, dann helfen sie. Dem stimmt Dr. Christof Asbach zu: "Diese Scheiben können eine direkte Ansteckung vermeiden. Wenn ich jetzt eine Aerosol-Wolke ausstoße und hinter der Scheibe befindet sich jemand ohne Mindestabstand, dann würde die Aerosol-Wolke erst mal zurückgehalten und umgelenkt und könnte nicht direkt eingeatmet werden."

Doch Achtung: Die Scheiben können auch kontraproduktiv sein! Sie bilden Strömungshindernisse beim Lüften. Deshalb gilt auch hier: so nah wie möglich direkt am Fenster Platz nehmen.

Davon hängt das Infektionsrisiko im Büro ab

Wie hoch das Infektionsrisiko im Büro ist, hängt laut Aerosolforscher Dr. Gerhard Scheuch von folgenden Faktoren ab:

  1. der Anzahl der Menschen im Raum
  2. der Zeit, die man zusammen im Raum verbringt
  3. der Größe des Büros
  4. der Häufigkeit der Lüftungsintervalle
  5. dem Einsatz von mobilen Raumluftreinigungsgeräten
  6. eventuell dem Tragen von Masken.

Im Video: Diese Masken helfen

Es gilt also: Achten Sie darauf, dass Sie mit möglichst wenigen Menschen möglichst wenig Zeit in möglichst großen Räumen verbringen. Lüften Sie so häufig es geht und tragen Sie eine Maske – vor allem wenn Sie Ihren Arbeitsplatz verlassen und dadurch Mindestabstände nicht einhalten können oder in schlecht belüftete Räume wie die Kaffeeküche, den Druckerraum oder die Toilette gehen.

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