Ärgerliches Aus gegen Frankreich - Deutschland ist trotzdem stolz auf diese EM!

Löw: „Es war ein gutes Turnier“

In der Nacht nach dem bitteren Halbfinal-Aus grübelten Bundestrainer Joachim Löw und seine Spieler noch lange darüber, wie sie dieses Spiel verlieren konnten. Der Weltmeister hatte die Partie im futuristischen Stade Vélodrome über weite Phasen optisch dominiert, am Ende aber standen die ernüchternden Zahlen: Null zu Zwei. Unterm Strich ist aber klar, bei allem Ärger: Es war ein gutes Turnier der deutschen Mannschaft!

„Wir hatten nicht das notwendige Glück. Als wir 2010 und 2012 ausgeschieden sind, hatten uns die Mannschaften etwas voraus. Heute hatten wir den Franzosen etwas voraus“, sagte ein frustrierter Löw.

Statt wie erhofft zum Endspiel nach Paris starten die deutschen Fußball-Nationalspieler um den unglücklichen Kapitän Bastian Schweinsteiger nun in den Urlaub. Am Freitagmittag heben gleich mehrere Maschinen mit EM-Personal an Bord Richtung Heimat ab.

„In der Gesamtbetrachtung haben wir den deutschen Fußball gut präsentiert“, erklärte der diesmal im gesamten Turnier glücklose Offensivmann Thomas Müller: „Aber Fußball ist auch ein Erfolgssport. Und ob man im Halbfinale ausscheidet oder vorher, ist nicht so entscheidend. Es geht darum, Titel zu gewinnen, die bleiben in Erinnerung.“

Löw äußert sich nicht zur Zukunft

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Joachim Löw ist sichtlich enttäuscht.
imago/Contrast, imago sportfotodienst

Der angestrebte vierte EM-Titel muss nun mindestens vier weitere Jahre warten. Trotzdem löst Chefcoach Löw in Marseille nach sieben gemeinsamen Wochen überwiegend mit positiven Eindrücken die deutsche EM-Gemeinschaft auf. „Es war ein gutes Turnier. Wir hatten gute Energie, haben eine gute Vorleistung gebracht, haben einen tollen Teamgeist gezeigt“, betonte der Bundestrainer.

Über seine Zukunft mochte er erst einmal nicht sprechen, einen Anlauf von Löw auf den zweiten WM-Titel 2018 in Russland zweifelt aber niemand ernsthaft an. Auch für die Leistung gegen Frankreich sprach er seinen Akteuren ein „Riesenkompliment“ aus: „Weil wir insgesamt die bessere Mannschaft waren.“