Den Mindestabstand hielt dort niemand ein!

Ärger wegen Foto im Aufzug: Sieben Anzeigen gegen Jens Spahn und seine Begleiter

Coronavirus - Politiker im vollen Aufzug
© dpa, Bodo Weissenborn, tba

16. April 2020 - 22:39 Uhr

Riesen-Ärger um Aufzugsfoto

Mehrere Politiker dicht gedrängt im Aufzug, darunter auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn – dieses Foto sorgt weiter für Ärger. Im Netz hagelt es Spott, die Opposition kritisiert das Bild sei "ein Desaster" und jetzt gingen sogar Anzeigen bei der Polizei ein.

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Sieben Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeit

Ein Sprecher des Gießener Polizeipräsidiums bestätigte, dass wegen des Vorfalls sieben Anzeigen gegen den Gesundheitsminister und seine Begleiter erhoben wurden. Da es sich um mögliche Ordnungswidrigkeiten handele, seien diese an die zuständige Behörde beim Landkreis Gießen zur Prüfung weitergeleitet worden.

Bei einem Besuch der Uniklinik Gießen am Dienstag hatten Spahn, Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und Sozialminister Kai Klose kein gutes Beispiel abgegeben. Die Politiker fuhren zusammen mit einigen Begleitern dicht beieinanderstehend Aufzug. Die Staatskanzlei räumte den Fehler ein: "Da muss man nicht groß drumherum reden: Das hätte nicht passieren dürfen. Auch wenn alle Mundschutz tragen... in diesem Aufzug stehen zu viele Menschen."

„Und dann passiert es halt manchmal doch“

So etwas dürfe nicht passieren, vor allem nicht bei einem Besuch in einem Krankenhaus, sagte die Vorsitzende der SPD-Fraktion im hessischen Landtag, Nancy Faeser. Angesichts der Tatsache, dass viele Menschen wegen der Corona-Krise derzeit in existenziellen Nöten seien, sei dieses Bild "ein Desaster", kritisierte auch der FDP-Fraktionschef René Rock. Er erwarte von den Beteiligten eine Entschuldigung. Es reiche nicht, dies als Bagatelle abzutun.

Spahn selbst äußerte sich schon zu dem Vorfalle: Er sagte, es sei wichtig, Abstand zu halten, selbst wenn man Mundschutz trägt. "Und dass das manchmal nicht so leicht fällt im Alltag, haben wir ja auch gerade wieder gemerkt." Alle hätten sich vorgenommen, nicht gleichzeitig in den Aufzug zu steigen – "und dann passiert es halt manchmal doch". Es seien genau die Dinge des Alltags, "wo wir eben alle miteinander die nächsten Wochen und Monate diszipliniert bleiben müssen".

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Quelle: dpa, RTL.de