Treffen in Südtirol

Ärger um Urlaubsfoto: Steinmeier ohne Maske und Abstand

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei einem Treffen mit dem Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher.
© LPA

07. August 2020 - 13:31 Uhr

Keine Masken, kein Abstand- und das in Zeiten von Corona!

Ärger für unseren Bundespräsidenten: Noch am Montag richtet Frank-Walter Steinmeier einen eindringlichen Appell an die Deutschen, sich an Hygiene- und Abstandsregeln zu halten, um einen zweiten Lockdown zu verhindern. Nun sorgt ein Foto von Steinmeier aus seinem Südtirol Urlaub für Wirbel: Darauf zu sehen ist der Bundespräsident mit dem Südtiroler Landespolitiker Arno Kompatscher sowie mit mehreren Musikerinnen - alle ohne Maske und ohne Abstand. Das Foto entstand am 22. Juli während eines persönlichen Treffens zwischen dem SPD-Politiker und dem Landespolitiker zur politischen Lage in Italien, Südtirol und Deutschland.

Jetzt wird Steinmeier Doppelmoral vorgeworfen

Für den Schnappschuss hagelt es vor allem Kritik in den sozialen Medien. Es wird bemängelt, dass Steinmeier ohne Maske und Abstand posiert und sich damit nicht an die Regeln halte, deren Einhaltung er noch am Montag in seiner Videobotschaft eindringlich betont hat. Nun wird Steinmeier Doppelmoral vorgeworfen. So hatte Steinmeier die Verstöße gegen Corona-Auflagen bei Demonstrationen in Berlin scharf kritisiert. "Die Verantwortungslosigkeit einiger weniger ist ein Risiko für uns alle", warnte der Bundespräsident und forderte die Bürger zu besonderer Vorsicht auf- egal ob in der Freizeit, bei der Arbeit, Urlaub oder nach der Rückkehr.

Stellungnahme von Steinmeier zu dem Vorfall

Das Bundespräsidialamt hat inzwischen eine Erklärung zum Bild abgegeben. Steinmeier achte auch im Urlaub darauf, "die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten - und an Orten, an denen das nicht immer möglich ist, trägt er eine Mund-Nasen-Bedeckung. Dass das nicht immer ideal klappt, zum Beispiel wenn der spontane Wunsch nach einem gemeinsamen Foto an der frischen Luft entsteht, zeigt umso mehr: Es ist sehr wichtig, dass wir alle und jeden Tag aufs Neue darauf besinnen, vorsichtig und achtsam zu sein." Das zitiert die "Welt."

Kompatscher: „Asche auf mein Haupt“

Neben Steinmeier zeigt auch Kompatscher Einsicht und räumt gegenüber der "Südtiroler Tageszeitung" ein: "Das war gedankenlos und nicht vorbildhaft". Er ärgere über sich selbst, "weil wir vorher am Tisch alle eine Maske getragen haben und dabei auch über die Sicherheitsbestimmungen gesprochen haben".

Im Verlauf des Gesprächs habe Steinmeier festgestellt, dass in Bozen größere Disziplin herrsche als in der Hauptstadt. Kompatscher beendet seine offensive Entschuldigung mit den Worten "Asche auf mein Haupt, wir sind auch Menschen".

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