Um Kontaktverfolgung besser zu machen

Forsa-Umfrage: Nutzer von Corona-Warn-App für Lockerungen beim Datenschutz

Mehrheit  der Nutzer der Corona-Warn-App für mehr Lockerungen beim Datenschutz.
Mehrheit der Nutzer der Corona-Warn-App für mehr Lockerungen beim Datenschutz.
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18. Dezember 2020 - 13:55 Uhr

Datenschutz-Hürden für Corona-Warn-App zu hoch

Von Anfang an stand die Corona-Warn-App wegen ihrer hohen Datenschutz-Standards in der Kritik. Das sei zwar gut für die Nutzer, aber wirkungslos als Mittel im Kampf gegen das Virus. Wenn die App wirklich helfen soll, dann müssen die Datenschutz-Regelungen gelockert werden, fordern Experten und Politiker. Das finden auch die App-Nutzer selber, wie eine Umfrage von RTL zeigt.

Mehr Infektionsschutz durch weniger Datenschutz

Gerade jetzt in der zweiten Welle muss die deutsche Corona-Warn-App harsche Kritik einstecken. Erst kürzlich sagte der bayrische Ministerpräsident Markus Söder, dass die App ein zahnloser Tiger sei. Denn durch die hohen Datenschutz-Anforderungen sei die App im Grunde wirkungslos. Daher fordern viele vehement Lockerungen beim Datenschutz für mehr Infektionsschutz. Auch die App-Nutzer würden laut einer aktuellen RTL/Forsa-Umfrage Lockerungen beim Schutz der Daten befürworten, wenn dadurch die Kontaktverfolgung und der Infektsionsschutz besser würden.

Mehrheit der Nutzer für Lockerungen

Demnach seien 80 Prozent aller Nutzer der Corona-Warn-App für mehr Lockerungen beim Datenschutz, damit die App im Kampf gegen Corona einen wirkungsvollen Beitrag leisten kann. In der Altersgruppe ab 60 Jahren sind sogar 88 Prozent grundsätzlich für eine Herabsetzung der Datenschutz-Standards. Laut der Forsa Umfrage im Auftrag von RTL sagen gerade einmal 16 Prozent der repräsentativen Schnittmenge von 1.004 Befragten, dass sie gegen Lockerungen der Datenschutz-Bestimmungen sind. Allerdings haben derzeit nur 40 Prozent aller Befragten die App überhaupt auf ihrem Smartphone installiert. Gründe könnten hier die mangelnde Akzeptanz und Bedenken beim Datenschutz sein. Auch deswegen erzielt die App bisher nicht die gewünschte Wirkung. Ob man die App installiert oder nicht, kann jeder für sich entscheiden, eine Download-Pflicht gibt es nicht. Die würde die Mehrheit der Deutschen auch ablehnen, wie das RTL-Trendbarometer vom November zeigt.

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Forderung nach Aufzeichnung von Standtort-Daten

Schon lange fordern Politiker und Experten, dass Lockerungen beim Datenschutz kommen müssen. Denn nur so hätten sowohl die Nutzer, als auch die Gesundheitsämter einen Nutzen von der App. Würden beispielsweise Standort-Daten der Nutzer aufgezeichnet, könnten die Gesundheitsbehörden schneller und effizienter Infektionsketten nachvollziehen und unterbrechen, meinen Experten. Andere, wie zum Beispiel der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber (SPD), meinen, die Aufzeichnung von Standortdaten würde die App nicht besser und wirkungsvoller machen: "Welchen Mehrwert hat die Information, ob ich eine infizierte Person im Supermarkt oder in der Buchhandlung getroffen habe? Nicht Orte übertragen Viren – sondern Menschen.", sagte er kürzlich dem Nachrichtenmagazin Spiegel.