2018 M11 3 - 21:02 Uhr

Das Baby hatte Hunger

Eigentlich sollte es ein schöner Einkaufsbummel werden, doch für eine junge Mutter aus der Schweiz endete er in einem Albtraum. Die Frau, die anonym bleiben möchte, wurde plötzlich aus einem Geschäft geworfen. Weil sie ihr Baby in dem Laden stillte, kam ein Wachmann und schickte sie weg. Danach beschwerte sich mit einem wütenden Post auf Facebook.

"Niemand hat mich angeschaut – es fiel gar nicht auf"

Die Freundinnen waren ins Einkaufscenter "Shoppi Tivoli" in Spreitenbach (Schweiz) gefahren. Als die sich gerade in der Zara-Filiale umsahen, fing das sechs Monate alte Baby an, zu weinen. Sie legte es an die Brust und ließ es trinken. Damit sich niemand gestört fühlte, zog sie sogar ihr T-Shirt über den Kopf ihres Sohnes.

"Niemand hat mich angeschaut – es fiel gar nicht auf", erzählte Michelle H. der Schweizer Zeitung Blick. Mit dem Kind im Arm wartete sie auf ihre Freundin, die ein paar Teile anprobierte. Doch dann wurde die 22-Jährige von einem Sicherheitsmann angesprochen. Er fragte, ob sie gerade ihr Baby stille. Er erklärte, dass man das in der Filiale nicht dürfe.

Sie sollte aufhören oder gehen

Michelle hatte die Wahl: Entweder sie musste den Laden verlassen oder aufhören, ihr Baby zu stillen. Wutentbrannt verließ die Mutter das Geschäft, weil sie keine Lust hatte, mit dem Mann zu diskutieren. Das Erlebnis beschäftigte sie aber so sehr, dass sie ihrem Ärger bei Facebook Luft machte und sich über den Rauswurf beschwerte.

"Wer sind die denn, dass sie bestimmen können, ob ich meinem Sohn zu trinken geben darf oder nicht?", sagte sie der Zeitung. Besonders unverständlich für die junge Frau: Hätte sie das Baby nicht gestillt, hätte es laut geschrien vor Hunger. Das hätte die anderen Kunden im Laden sicher viel mehr gestört, als eine Brust, die von einem T-Shirt verdeckt wurde.

Zara hat sich bei der Mutter entschuldigt

Laut Blick hat sich Zara inzwischen bei der Mutter entschuldigt. Die Modekette schrieb ihr, dass der Wachmann vermutlich nach seiner eigenen Auffassung gehandelt habe. Stillen sei in ihrem Laden nicht verboten. Das soll auch noch einmal mit der Leitung der Filiale in Spreitenbach besprochen werden. Zumindest eins hat die Mutter also erreicht: Andere Frauen werden jetzt nicht mehr aus der Zara-Filiale geworfen, nur weil sie ihr Babys füttern.

Immer wieder gibt es Ärger, wenn Frauen ihre Babys in der Öffentlichkeit stillen.