Ägypter wegen Terror-Risikos ausgewiesen: Kontakte zu Amri

Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche ist auf dem Breitscheidplatz zu sehen. Foto: Fabian Sommer/dpa/Archivbild
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24. April 2020 - 16:20 Uhr

Italien hat einen 43-jährigen Ägypter als islamistischen Gefährder ausgewiesen. Der Mann soll auch Kontakte zu dem Berliner Attentäter vom Breitscheidplatz, Anis Amri, gehabt haben. Wie die Ermittler aus der süditalienischen Küstenstadt Reggio Calabria am Freitag mitteilten, darf der Ägypter in den nächsten zehn Jahren nicht mehr in europäische Länder des Schengen-Raums einreisen. Der Mann habe bis März eine Haftstrafe Stadt Catanzaro in der Region Kalabrien abgesessen.

Langen Ermittlungen zufolge hatte sich der Ägypter seit 2015 radikalisiert. Er habe damit gedroht, einen Staatsanwalt zu töten und nach seiner Haftentlassung einen Anschlag in Italien zu verüben. Außerdem seien die Beamten auf Kontakte zu Anis Amri gestoßen. Amri und der 43-Jährige hätten sich in einem Auffanglager kennengelernt.

Der abgelehnte Asylbewerber Amri aus Tunesien hatte am 19. Dezember 2016 einen Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gesteuert. Elf Menschen starben, Dutzende wurden verletzt. Außerdem tötete Amri den Lastwagenfahrer. Der Attentäter floh quer durch Westeuropa und wurde später auf der Flucht in Italien erschossen. In Berlin läuft zu der Tat ein Untersuchungsausschuss im Abgeordnetenhaus.

Quelle: DPA