Ägypten nimmt iranischen Diplomaten fest - Querschüsse?

11. Februar 2016 - 12:10 Uhr

Ägypten hat einen iranischen Diplomaten festgenommen, wegen Spionage angeklagt und kurz darauf unter Hinweis auf seine Immunität wieder freigelassen. Der Mitarbeiter der ständigen Vertretung Teherans in Kairo habe angeblich unter den nach dem Umsturz im Februar neu entstandenen politischen Gruppen nach möglichen Bündnispartnern für den Iran Ausschau gehalten, berichtete die staatliche Web-Seite Egynews am Sonntag.

Das offizielle Teheran beeilte sich, den Vorfall herunterzuspielen. Man habe von der Festnahme des Diplomaten in Kairo "keine Kenntnis", hieß es in einer kurzen Stellungnahme, die vom Außenministerium in Teheran verbreitet wurde. Der Chef des iranischem Geheimdienstes, Hejdar Moslehi, sprach dagegen von einem Missverständnis. Die Ägypter waren "hinter einem ihrer eigenen Leute her, haben dann aber einen der iranischen Diplomaten verhaftet", sagte er laut Nachrichtenagentur Isna. Die ägyptischen Behörden hätten sich für den Vorfall entschuldigt. Beobachter vermuten hinter dem Affront jedoch Querschüsse aus dem alten ägyptischen Geheimdienst-Apparat, um die seit dem Sturz des Präsidenten Husni Mubarak wieder freundlicher gewordenen Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu torpedieren.