Ägypten lässt erstmals nach Sturz Mursis Islamisten hinrichten

Verurteilter warf zwei Jugendliche von Hochhaus

Erstmals seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi ist einer seiner Anhänger in Ägypten hingerichtet worden. Der Islamist Mahmud Hassan Ramadan sei in einem Gefängnis in Alexandria gehängt worden, teilte die Gefängnisverwaltung mit. Ramadan hatte bei Unruhen im Sommer 2013 zwei Jugendliche von einem Hochhaus geworfen, eines der Opfer starb.

Mursi war im Juni 2013 durch den damaligen Armeechef und heutigen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi gestürzt worden. Seitdem macht die Justiz Jagd auf die als Terroristen eingestuften Muslimbrüder und Anhänger Mursis. Hunderte Anhänger Mursis wurden zum Tode verurteilt; Ramadans Fall war der erste, der in allen Instanzen bestätigt wurde.

Im ägyptischen Recht muss die Todesstrafe vom Großmufti der geachteten Azhar-Universität kommentiert werden, bevor sie ein Richter erneut bestätigen kann. Gegen die Strafe kann zudem Berufung eingelegt werden. Dutzende Urteile wurden so in den vergangenen Monaten zurückgenommen.