12-Jährige in Schweden erschossen -Die Trauer ist groß

Lehrerin von Adriana N. (†12) kann es nicht fassen: "Sie hat TikTok geliebt und sie hat Hunde geliebt"

06. August 2020 - 10:10 Uhr

Freundinnen stehen unter Schock

Schweden steht unter Schock: Nahe der Hauptstadt Stockholm ist eine Zwölfjährige erschossen worden. In der Nacht zum Sonntag wurde Adriana N. in der Nähe einer Tankstelle von zwei Kugeln getroffen und verstarb später im Krankenhaus an ihren Verletzungen. Am Tatort versammeln sich Trauernde, sie stellen Kerzen für das Opfer auf. Darunter auch Marieroze Korkis und Avan Hassan Hadi, zwei Freundinnen des getöteten Mädchens. Sie beschreiben Adriana N. als lebenslustiges Mädchen.

Wie es ihnen mit dem Verlust von ihrer Freundin geht, erzählen Sie in unserem Video.

Lehrerin: "Es ist verheerend und einfach nur schrecklich."

Bild von Adriana N. am Tatort niedergelegt
12-Jährige Adriana N. wurde durch Schüsse getötet
© RTL

Unserer Reporterin, Anna Hohns, ist vor Ort in Schweden. Sie hat mit Adrianas Lehrerin Maria Nordheden Gard gesprochen. Die Schulleiterin erklärt, sie sei geschockt gewesen, als sie hörte, dass Adriana erschossen worden ist. "Sie war so ein nettes Mädchen. Sie mochte alles, was alle Mädchen mit 12 Jahren gerne mögen. Sie hat TikTok geliebt und sie hat Hunde geliebt." Angeblich soll das Mädchen gerade mit einem Hund spazieren gewesen sein, als die Kugeln sie trafen. "Das ist möglich, so kann es gewesen sein. Es sind Ferien und es ist Sommer", meint die Schulleiterin. Wie sie den Schülern den Tod ihrer Klassenkamaradin erklären wird, weiß Maria Nordheden Gard noch nicht: "Wir sind eine sehr kleine Schule und die Lehrer haben eine sehr gute Beziehung zu den Schülern. Wir werden uns Zeit nehmen, es ihnen beizubringen und ihnen zuhören. Die Schüler werden viele Fragen haben und werden sehr lange traurig sein."

Fuhr der Täter einen weißen Kombi?

Polisen Stockholm
So ein Kombi ist vergangene Nacht in Schweden abgebrannt. Ist es das Täter-Fahrzeug?
© Quelle: Polisen Stockholm

Die Polizei geht davon aus, dass Adriana N. ein Zufalls-Opfer war, das zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen ist. Die Ermittlungen wegen Mordes wurden aufgenommen, Spuren führen ins Milieu der Bandenkriminalität.

RTL-Reporterin Anna Hohns erfuhr von der Polizei, dass bereits viele Zeugen vernommen worden sind. Eine Festnahme habe es aber noch nicht gegeben. Aktuell wertet die schwedische Polizei das Material der Überwachungskameras der umliegenden Geschäfte aus. Besonders interessiere man sich für den Fahrer eines weißen Kombis, der zum Tatzeitpunkt in der Nähe gewesen sein soll, so die Polizei. Einen solchen weißen Kombi hat die Polizei vergangene Nacht, rund 40 Kilometer vom Tatort entfernt, ausgebrannt aufgefunden. Ob es sich um das gesuchte Fahrzeug handelt, ist noch nicht bekannt.

"Wir haben drei Schüsse gehört, da wussten wir, es ist etwas passiert."

Eine Anwohnerin erzählt unserer Reporterin am Tatort, dass sie die Schüsse aus ihrer Wohnung gehört habe. Am nächsten Tag habe sie in der Zeitung gelesen, dass diese Schüsse Adriana N. getötet haben: "Ich habe wirklich Angst und es tut mir so leid. Ich bete für das Mädchen." Sichtlich getroffen berichtet sie unserer Reporterin, dass sie aus dem Irak komme und mit ihren Kindern nach Schweden gekommen sei, damit diese dort ein besseres Leben führen können: "Und jetzt passiert hier auch so etwas, wie in unserer Heimat. Es ist nicht das erste Mal, es passiert hier öfter."