Er soll sie einfach behalten

Adresse verwechselt! Mann bekommt täglich Amazon-Pakete zugeschickt

Ein Mitarbeiter von Amazon greift im Amazon Logistikzentrum nach einem Paket, das über ein Laufband fährt. Foto: Christoph Schmidt/Archiv
© deutsche presse agentur

14. Februar 2020 - 11:46 Uhr

Mann bekommt seit Wochen ungewollt Pakete zugeschickt

Horst Bergmann aus dem bayerischen Prügen bekommt seit Wochen Pakete zugeschickt, obwohl er nichts bestellt hat. Das kuriose: Es handelt sich bei vielen um Retouren des Versandhändlers Amazon. Einige hat er wieder zurückgeschickt, doch er wird sie nicht alle los.

Billigware aus China in den Paketen

Fast täglich würden ein oder zwei Pakete bei ihm landen, erzählt Bergmann dem "Bayerischen Rundfunk". Rund zehn Pakete habe er bei sich zuhause schon zwischengelagert, 15 bis 20 Pakete bereits zurückgeschickt, sagt er dem Sender. Auf vielen seien chinesische Schriftzeichen zu erkennen, hin und wieder habe er auch ein Amazon-Logo auf den Kartons entdeckt. Verpackt seien hauptsächlich billige Schuhe, gefälschte Schals, aber auch ein Motorradhelm gewesen.

Bergmann habe sich vor einigen Tagen per Mail an den Onlinehändler gewandt, heißt es. Amazon habe sich daraufhin bei ihm entschuldigt und ihm Retourenaufkleber zugeschickt. Man werde sich um das Problem kümmern, versicherte der Onlineversand-Riese. Die Aufkleber habe er inzwischen aufgebraucht, das aus eigener Tasche bezahlte Porto sei ihm erstattet worden. Jedoch scheint die Paketflut kein Ende zu finden.

Bergmann soll die Pakete einfach behalten

Kürzlich teilte Amazon ihm mit, er soll die Ware nicht mehr zurückschicken. Bergmann solle mit ihr machen, was er wolle, so der Versandhändler. ​Er habe versucht, die Ware an einige Jugendliche aus der Nachbarschaft zu verteilten, doch sie hätten abgelehnt, erzählt er. Die Sachen wegzuwerfen komme für dann Mann aus Oberbayern auch nicht in Frage. ​Die Kleidung rieche oft unangenehm, so Bergmann. Er lagert die Pakete deshalb nicht in seinem Haus, sondern hat sie in einer Hütte für Brennholz eingeschlossen.​

Mitarbeiter verwechselte wohl die Adresse

Warum Pakete aus ganz Deutschland und sogar Österreich bei ihm ankommen, ist für Bergmann ein Rätsel. Laut "BR" wurde die Ware bei "Amazon Marketplace", einem chinesischen Onlinehändler, bestellt. Dort habe wohl ein Mitarbeiter fälschlicherweise Bergmanns Wohnsitz als Retouradresse angegeben. 

Erst nachdem der "BR" Amazon kontaktiert habe, sei ein Paketbote zur Abholung der Pakete gekommen, sagt er. Schriftlich teilte der Konzern mit: "Verkaufspartner haben weder Namen noch Adressen von Amazon erhalten. Wenn sie gegen unsere Richtlinien verstoßen, werden sie gesperrt, und wir leiten rechtliche Schritte ein."