"Adele im Hamsterpelz" lockt Besucher ins Albertinum

08. Februar 2020 - 15:00 Uhr

Das Gemälde "Adele im Hamsterpelz" von Oskar Zwintscher ist bereits am ersten Tag im Klingersaal des Dresdner Albertinums auf großes Interesse gestoßen. "Es gibt einige Besucher, die nur deswegen gekommen sind oder danach fragen", sagte ein Mitarbeiter der Kasse am Samstag auf Anfrage. Das Werk von 1914 ist im Zuge einer Leihgabe von US-Sammler Jack Daulton wieder am Ursprungsort zurück. Damit gibt es neben dem "Bildnis der Gattin des Künstlers" von 1902 aus eigenem Bestand nun auch ein älteres Porträt. Nach Angaben von Kurator Andreas Dehmer ist es eines der letzten vollendeten Bilder, die der Künstler von seiner Frau malte.

Das Gemälde war kurz nach der Entstehung von einem unbekannten Sammler im heutigen Wuppertal (Nordrhein-Westfalen) erworben worden und galt dann als verschollen. 2018 hatte Daulton das in Brauntönen gehaltene Bild, für Kunstexperten "ein Meisterwerk malerischer Finesse", ersteigert. Im Klingersaal findet es sich nun vorerst für zwei Jahre inmitten weiterer Glanzlichter des Fin de Siècle wie Hauptwerken von Ferdinand Hodler, Gustav Klimt, Sascha Schneider und Max Klinger.

In Dresden wird in Kooperation mit der Hochschule für Bildende Künste der Bestand an Zwintscher-Werken untersucht. 2021 ist eine Sonderstellung geplant. Zwintscher (1870-1916) wuchs in Leipzig auf, lebte nach dem Studium freischaffend in Meißen und lehrte ab 1903 in Dresden. Zusammen mit 15 Arbeiten in städtischem Besitz wird in der Elbestadt der Großteil seiner Werke bewahrt - ein international einmaliger Bestand.

Quelle: DPA