Addo regt Punktabzug im Kampf gegen Rassismus an

Otto Addo, Nachwuchs-Coach bei Borussia Dortmund. Foto: Marius Becker/dpa/Archivbild
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20. Juni 2020 - 17:00 Uhr

Der ehemalige Bundesliga-Profi Otto Addo hat den Deutschen Fußball-Bund (DFB) zu konsequenteren Maßnahmen im Kampf gegen Rassismus aufgefordert. "Taten würden mehr sprechen als ein Schild, auf dem steht 'Wir sind gegen Rassismus'. Es wäre schön, wenn nicht zuerst Jadon Sancho, Weston McKennie und Achraf Hakimi zum Tod von George Floyd Stellung beziehen müssten, sondern der DFB von sich aus etwas macht", sagte der derzeitige Nachwuchs-Coach bei Borussia Dortmund dem Nachrichtenmagazin "Spiegel".

Der in Hamburg geborene 45-Jährige mit ghanaischen Wurzeln regte härtere Strafen an. "Wenn im Stadion wieder mal etwas passiert, könnte man auch sagen: Mensch, ihr seid jetzt drei, vier Mal aufgefallen, nächstes Mal gibt's einen Punktabzug. Dann müssen sich die Clubs überlegen, wen sie reinlassen. Und die Fans müssen sich überlegen, was sie in den eigenen Reihen dulden."

Addo hofft, dass die Akzeptanz für schwarze Spieler und Trainer in Zukunft steigen wird: "Gesellschaft und Fußball sind im Wandel. Früher waren schwarze Spieler eine Seltenheit. Jetzt ist das normal. Heute sind schwarze Trainer oder Sportdirektoren selten. In 20 bis 30 Jahren ist auch das hoffentlich normal."

Quelle: DPA