ADAC-Präsident Meyer tritt nach Manipulationsaffäre zurück

12. Februar 2014 - 12:31 Uhr

Die Gremien leisten offenbar keine Gefolgschaft - Amtsenthebung zuvor gekommen

ADAC-Präsident Peter Meyer tritt zurück. Der 64-Jährige legte nach einem Skandal um Manipulationen beim ADAC-Autopreis 'Gelber Engel' mit sofortiger Wirkung sein Amt nieder, wie der ADAC Nordrhein mitteilte.

ADAC, Manipulationsskandal
ADAC-Präsident Meyer tritt zurück
© dpa, Jan-Philipp Strobel

Meyer stand dem Verein seit 2001 vor. "Wenn die Gremien in Krisen eine Gefolgschaft nicht leisten, kann es keine strukturellen und unternehmenskulturellen Veränderungen im ADAC geben", sagte Meyer laut ADAC-Pressemitteilung.

Nach Vereinsangaben kam Meyer damit einer Amtsenthebung zuvor. Angesichts der aktuellen Vertrauenskrise und der erschütternden Ergebnisse der aktuellen Krisenaufarbeitung habe das ADAC-Präsidium ein Suspendierungsverfahren gegen Meyer beschlossen, teilte der Verein mit. Das Amt des Präsidenten übernimmt kommissarisch Vizepräsident August Markl (65).

"Für Fehler und Manipulationen von hauptamtlichen Führungskräften möchte ich nicht länger alleine verantwortlich gemacht werden", erklärte Meyer aber in einer Aussendung. Zuvor hatte er einen Rücktritt mehrfach ausgeschlossen. Er sehe seine Pflicht darin, weiter für die gute Sache zu kämpfen, hatte er noch am Wochenende der 'Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung' gesagt.

In der aktuellen Mitteilung hieß es weiter, die Angriffe und Diffamierungen seiner Person belasteten nicht nur den ADAC, sondern auch seine Familie. Angaben über mögliche weitere Fälschungen bei der ADAC-Wahl zum 'Lieblingsauto der Deutschen' wurden nicht gemacht. Der Automobilclub will die Ergebnisse einer externen Prüfung am Wochenanfang vorlegen.