Wildtiere verlieren jegliche Vorsicht

Achtung, Autofahrer: Tierschützer warnen vor geilen Rehen

Ein junges Reh kreuzt an einer Waldlichtung eine Kreisstraße. Foto: Arne Dedert/Archiv
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09. August 2020 - 8:37 Uhr

Keine Augen für Autos: „Verliebte Rehe sind hormongesteuert"

Blind vor Liebe, das gibt's auch im Tierreich: "Verliebte Rehe sind hormongesteuert und geraten bei ihrem Liebesspiel mit dem Verkehr in Konflikt", sagte Eva Goris von der Deutschen Wildtier Stiftung. Gerade an schwülen Sommertagen folgen die Rehe demnach nur noch blind ihrem Trieb und vergessen jede Vorsicht. Also aufgepasst: Autofahrer müssen auch tagsüber mit Wildwechsel rechnen.

Wildtier-Stiftung: Jedes Jahr sterben 200.000 Rehe im Straßenverkehr

Nach Angaben der Deutschen Wildtier Stiftung ist keine andere Schalenwildart derart häufig in Wildunfälle verwickelt: Jedes Jahr verenden mehr als 200.000 Rehe bundesweit im Straßenverkehr. "Die Dunkelziffer ist hoch, denn nicht jeder Wildunfall wird automatisch der Polizei gemeldet und statistisch erfasst", sagte Goris.

Abseits der Straßen können Naturfreunde die Brunft der Rehe jedoch genießen. "Die Böcke sind derzeit fleißig dabei, ihr Revier zu markieren", sagte der Tierarzt und Wildbiologe Moritz Franz-Gerstein. Dafür verteilt der Bock ein Sekret aus einer Duftdrüse an seiner Stirn an Sträuchern und Zweigen. "In diesem Rausch lassen sie sich von ein paar Spaziergängen nicht stören." Der Nachwuchs kommt dann aber erst im Frühling, durch die sogenannte Eiruhe schützt Mutter Natur Rehkitze vor der Geburt im kalten Winter.

Im Video: Auch Mähdrescher bedeuten Todesgefahr für Rehe

Besonders für junge Rehe sind auch Mähdrescher eine Todesgefahr, wenn die Tiere sich auf Wiesen und Äckern niederlassen. RTL/ntv-Wettermoderator zeigt im Video, wie er mit einem eingespielten Helferteam frühmorgens Rehe vor der Gefahr rettet, von der die Tiere noch gar nichts ahnen.