Konvertierte Deutsche muss ins Gefängnis

Acht Jahre Haft für Terrorplan mit Rizinbombe

In diesem Haus in Köln-Chorweiler präparierte das Pärchen die Bombe vor, die glücklicherweise nie explodierte.
In diesem Haus in Köln-Chorweiler präparierte das Pärchen die Bombe vor, die glücklicherweise nie explodierte.
© dpa, Oliver Berg, obe htf cul gfh

26. Juni 2020 - 14:12 Uhr

Rein rechnerisch hätten 13.500 Menschen bei einem Anschlag sterben können

"Es hätte der größte Anschlag in Europa werden können, im schlimmsten Fall mit Tausenden Todesopfern." Dies waren die Worte von NRW-Innenminister Reul nach der Aufdeckung des Pärchens im Juni 2018, das mit hochgiftigem Rizin eine Bombe bauen wollte. Nun ist eine Kölner Islamistin für den geplanten Terroranschlag zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht sprach die zum Islam konvertierte 44-jährige Deutsche schuldig, den Bombenanschlag mit einem biologischen Kampfstoff in Deutschland mit ihrem Mann geplant und vorbereitet zu haben.

Ehemann wurde schon zu zehn Jahren Haft verurteilt

Ihr Ehemann war vom Gericht bereits zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Die siebenfache Mutter sei der radikalislamischen Ideologie der Terrororganisation Islamischer Staat verfallen.

Die Bundesanwaltschaft hatte neun Jahre Haft für die Frau beantragt, die Verteidiger eine Bewährungsstrafe. Sie habe von einem Anschlagsplan nichts gewusst und auch keinen vorbereitet. Das sah das Gericht anders.

Die beschaffte Menge an Rizinus-Samen hätte rechnerisch für 13.500 Tote genügt. Tatsächlich wären durch die Verbreitung des Gifts mit einer Streubombe mit Stahlkugeln laut Gutachten bis zu 200 Menschen getötet worden. Das Paar war im Juni 2018 festgenommen worden.