Acht Jahre Ehe-Hölle: Urlaub wird zur Reise ohne Rückkehr

18. November 2016 - 6:37 Uhr

In den Fängen eines Fundamentalisten

Es begann als Liebesbeziehung und endete in Unterdrückung und Gewalt. Acht Jahre lang war Kerstin Wenzel in Dubai in der Gewalt ihres fundamentalistischen Ehemannes. Er quälte sie und ihre Kinder - bis ihr mit viel Glück die Flucht gelang.

Kerstin und der Syrer Mohammed lernten sich während des Studiums in Greifswald kennen. Sie heiraten, bekommen vier Kinder. Die junge Frau tritt zum Islam über. Mit der Zeit wird ihr Mann immer mehr zum Fundamentalisten. Als die Familie in den Urlaub nach Dubai fliegt, ist es eine Reise ohne Rückkehr - denn Mohamed droht: "Die Kinder bleiben hier. Die kriegst du nicht mehr zurück. Und da war ich dann wirklich extrem geschockt, weil da saß ich in der Falle", erinnert sich Kerstin.

Sie ist verzweifelt, will ihre Kinder in Sicherheit bringen. Aber Mohammed nimmt immer eins von ihnen mit, wenn er das Haus verlässt - sie sind seine Versicherung. Wenn ihr Mann nicht da ist, sucht Kerstin im Internet nach Rettung. Die kommt vom Verein 'Hilfe für Deutsche im Ausland'.

Schließlich kommt endlich der Moment, in dem Kerstin unbeobachtet ist und alle Kinder bei ihr sind. Es ist die Möglichkeit zur Flucht! Die Familie schafft es nach acht Jahren zurück nach Deutschland.

Kerstin lebt heute mit ihren Kindern unter neuem Namen irgendwo in Deutschland. Ihr Ex-Mann wird 2013 verhaftet, als er seine Familie sucht, und zu fünf Jahren Gefängnis wegen Misshandlung und schwerer Körperverletzung  verurteilt.

In einem Buch hat Kerstin ihre Zeit als Gefangene ihres Mannes verarbeitet. Jetzt möchte sie nach vorne schauen und mit ihren Kindern die erkämpfte Freiheit genießen.