Trump: "Ein wundervolles Tier"

Abu Bakr al-Bagdadi – Dieser Hund jagte den IS-Chef

29. Oktober 2019 - 19:33 Uhr

IS-Chef al-Bagdadi getötet: Trump lobt US-Armeehund

Er ist nicht nur ein guter Junge – er ist der beste Junge: Ein belgischer Schäferhund wird in den USA gerade als Held im Kampf gegen den islamistischen Terror gefeiert. US-Präsident Donald Trump hat auf Twitter ein Foto des Armee-Hundes gepostet, der IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi bei einem Militäreinsatz in Nordwest-Syrien hinterhergejagt sein soll. Das Tier hatte den Terroristen-Anführer in einen Tunnel verfolgt, ihn dort in die Enge getrieben – bevor sich al-Bagdadi dann selbst in die Luft sprengte.

US-Präsident Donald Trump: IS-Anführer "wie ein Hund gestorben"

Al-Bagdadi sei "wie ein Hund", "wie ein Feigling" gestorben, hatte Trump am Sonntag verkündet, er sei "wimmernd, weinend und kreischend" davongerannt. Hunde gelten im Islam als besonders unrein, als einer bezeichnet zu werden ist daher eine üble Beleidigung. Jetzt hat Trump noch einmal nachgelegt und das Bild des Hundes veröffentlicht, der den IS-Chef angeblich in den Selbstmord getrieben haben soll. "Er war ein kranker und verdorbener Mann, und jetzt ist er mausetot", spottete Trump am Montag.

Trumps Darstellung zufolge war der Armee-Hund beim Einsatz am Wochenende verwundet worden, als al-Bagdadi eine Sprengstoffweste zündete. US-Soldaten bargen das verletzte Tier. Der Vierbeiner ist nach Militärangaben mittlerweile wieder auf dem Weg der Besserung.

Armee-Hund als Held: Pentagon will die Identität des Tieres schützen

Der "wundervolle Hund" habe bei dem Einsatz einen "wirklich tollen Job" gemacht, so Trump. Er sei ein "schönes" und "talentiertes" Exemplar. Der Name des Tieres werde aber geheim gehalten – aus Sicherheitsgründen, weil sich der Hund noch im Einsatzgebiet befinde. US-Medien wollen wissen, dass der Hund "Conan" heiße und weiblich sei.

Es ist nicht das erste Mal, dass das US-Militär Hunde bei hochriskanten Anti-Terror-Missionen einsetzt. Wie US-Medien berichten, war schon 2011 ein Armee-Hund namens Cairo Teil der US-Mission zur Tötung Osama bin Ladens. Cairo habe das Gebiet um bin Ladens Wohnhaus in Pakistan gesichert, während Spezialeinsatzkräfte der Navy Seals das Gebäude stürmten.​

Abu Bakr al-Bagdadi: Gestohlene Unterwäsche half bei der Identifizierung

Abu Bakr al-Bagdadi galt als Anführer der Terrormiliz "Islamischer Staat".
Monatelang hielt sich Abu Bakr al-Bagdadi, bürgerlich Ibrahim al-Badri, versteckt - jetzt ist der IS-Terrorist tot.
© DPA

Al-Bagdadis Körper war durch die Explosion der Sprengstoffweste dermaßen verstümmelt, dass erst DNA-Tests bestätigen konnten, dass es sich tatsächlich um den IS-Führer handelte. Identifiziert wurde al-Bagdadi nach kurdischen Angaben anhand von DNA an seiner Unterwäsche. Ein kurdischer Geheimagent habe sich zuvor in al-Bagdadis Kreis von Vertrauten geschmuggelt und seine Unterwäsche gestohlen, um damit später DNA-Analysen durchführen zu können.

Al-Bagdadis Leichnam ist inzwischen im Meer versenkt worden – ähnlich wie einst der Osama bin Ladens. Das gab das Pentagon am Montag bekannt. Die USA hätten dem IS-Anführer bei der Beisetzung religiöse Riten nach islamischem Brauch gewährt. Der Generalstabschef der US-Streitkräfte, Mark Milley, sagte, die "Beseitigung" von Baghdadis Überresten sei "angemessen" gehandhabt worden.