Absurder Sorgerechtsstreit: Lara wurde zweimal von der Mutter entführt – nun entführt der Vater sie zurück

29. Mai 2018 - 11:15 Uhr

Vater in Deutschland hatte das Sorgerecht

Der Sorgerechtsstreit um die kleine Lara (8) wird immer aberwitziger. Und es stellt sich für einen Außenstehenden die Frage: Haben die Eltern jemals die Sache aus der Sicht ihrer Tochter betrachtet? So wie die Dinge sich bislang entwickelt haben, müssen Zweifel gestattet sein. Dreimal wurde Lara bereits entführt – zweimal von der Mutter, nun vom Vater, der eigentlich auch das Sorgerecht hat.

Nun sollte das Kindeswohl an oberster Stelle stehen. Und sicher sind beide Elternteile überzeugt, dass sie in diesem Sinne handeln, aber wenn Emotionen hochkochen, bleibt die Rationalität schnell auf der Strecke.

Entführung zum 'Wohle des Kindes'?

Das Kindeswohl ist eine extrem sensible Sache. Und die Beziehung zwischen Justiz, Selbstjustiz und Gerechtigkeit ist in manchen Fällen extrem heikel, wie dieser seit Jahren andauernde Sorgerechtsstreit um Lara anschaulich beweist. Die juristischen Fakten des Falles für sich genommen mögen jeweils eindeutig sein, im Zusammenhang verwirren sie: Der Vater bekommt das Sorgerecht, die Mutter entführt das Kind, die Mutter wird wegen Entführung verurteilt, das Kind kommt zurück zum Vater, die Mutter ins Gefängnis.

Nach Verbüßen der Strafe hat der Vater noch immer das Sorgerecht, die Mutter entführt das Kind erneut, setzt sich nach Polen ab und kann drei Jahre nicht juristisch zur Rechenschaft gezogen werden. Vater und Kind entfremden sich. Als nun ein polnisches Gericht ein Urteil fällen soll, wird zum Wohl des Kindes entschieden, es soll bei seiner Mutter bleiben. Ein deutsches Gericht schließt sich dieser Entscheidung im Dezember 2017 an. Es urteilt einer Situation gemäß, es ist klar, dass das Kindeswohl Vorrang hat.

Straftat schuf Voraussetzungen für das Urteil

Die Voraussetzungen für diese Situation aber schuf eine Straftat, die im Moment ungeahndet bleibt. Das ist natürlich für den Vater nur sehr schwer zu verstehen und zu akzeptieren. Der Mutter mag es gerecht erscheinen. Aber was ist es im Sinne der Justiz? Laut den verschiedenen Urteilen ist es Recht und Unrecht zu gleich. Die Mutter hat sich das Sorgerecht widerrechtlich angeeignet, und darf es zurzeit rechtlich ausüben. Bestärkt durch das momentan geltende Urteil, wagt sie sich kurz nach dem Urteil vor die Kamera. Laras Mutter bereut die Straftat nicht, sie würde jedes Mal wieder so handeln.

Jetzt, ein knappes halbes Jahr später, folgt der nächste Akt in Laras Drama: Ihr Vater kann die Welt nicht mehr verstehen, erst recht nicht die Justiz, und weiß sich nicht anders zu helfen, als seine Tochter 'zurück zu entführen'. Angeblich sogar unter Anwendung von Gewalt, was er bestreitet. RTL konnte exklusiv mit Laras Vater sprechen, wie er die Situation beurteilt, sehen Sie im Video.

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Am Ende gibt es nur einen Verlierer

Wie lange soll die Geschichte noch so weitergehen? Wie oft wollen sie Lara noch hin und her entführen? Was fühlt Lara? Welche Auswirkungen haben die Handlungen der Eltern auf ihr Kind? Was wird Lara später einmal denken und empfinden, wenn sie an ihre Kindheit zurückdenkt? Die Tortur der Kleinen scheint noch längst nicht vorüber. Wenn sich die Eltern in einem gnadenlosen Sorgerechtsstreit verlieren und auch vor Unrecht nicht Halt machen, können Richter noch so viel Urteile im Sinne des Kindeswohles fällen. Die einzige, die am Ende verliert ist Lara.