Abstiegskampf: In Magdeburg liegen die Nerven blank

Magdeburgs Trainer Claus-Dieter Wollitz. Foto: Ronny Hartmann/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild
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09. Februar 2020 - 11:10 Uhr

Die Fans forderten das Aus von Manager Mario Kallnik, der Kapitän ruft den Abstiegskampf aus: Beim 1. FC Magdeburg herrscht nach dem nun endgültig verpatzten Start ins neue Jahr Alarmstufe Rot. Durch das 0:2 gegen den SV Meppen blieb der FCM auch im dritten Spiel unter dem neuen Trainer Claus-Dieter Wollitz ohne Sieg und taumelt dem Tabellenende der 3. Fußball-Liga entgegen.

"Mit dieser Leistung geht es nur um den Klassenerhalt. Jetzt müssen wir uns aus der Krise befreien", sagte Kapitän Christian Beck bei "MagentaSport". Man habe sich viel vorgenommen und präsentiere sich dann so. "Das ist eine Katastrophe. Dafür gibt es keine Entschuldigung." Nach Anpfiff bekam die Mannschaft vor dem Fanblock die Meinung gegeigt.

Valdet Rama (63. Minute) und Deniz Undav (72.) hatten mit ihren Toren vor 15.886 Zuschauern nicht nur für einen verdienten Sieg Meppens gesorgt, sondern das Fass beim FCM zum überlaufen gebracht. Mit "Kallnik raus"-Rufen forderten die Fans den Rücktritt des Managers. Kallnik und Sportchef Mike Franz waren es, die sich kurz vor Weihnachten vom beliebten Trainer Stefan Krämer getrennt und Wollitz installiert hatten. Mit hohen Ansprüchen ging es in die Rückrunde, nun ist der einstige Europapokalsieger auf dem harten Boden der Tatsachen gelandet.

"Es kommt alles zusammen. Die Verunsicherung, die schlechten Ergebnisse, alles wird hinterfragt. Wir müssen davon wegkommen, zu glauben, dass wir besser sind als andere", sagte Trainer Wollitz. Seit sechs Spielen ist der FCM bereits ohne Sieg. Das gab es in der 3. Liga in Magdeburg ebenso wenig wie drei Heim-Niederlagen in Serie.

Zwar war auch Wollitz Adressat von Fan-Frust und Pfiffen. Der harte Kern der Anhänger im U-Block rollte allerdings ein unmissverständliches Banner für eine höhere Etage aus. "Wir brauchen eine sportliche Leitung, die uns sofort weiterhilft!"

Die Führung hatte in der Winterpause, als der FCM mit sechs Punkten Rückstand zu Rang drei auf Platz zwölf stand, noch vom direkten Wiederaufstieg geträumt und deshalb den Trainer gewechselt. "Wir hätten es uns aber auch einfach machen können: Wir landen am Saisonende auf einem einstelligen Tabellenplatz und sind alle glücklich. So ticken wir aber nicht", hatte Franz vor einem Monat geäußert.

Nach dem erneuten Rückschlag gegen Meppen schlug der Sportchef andere Töne an. "Es sollte jeder verstanden haben, dass wir diese 45 Punkte so schnell wie möglich brauchen. Da müssen alle hellwach sein", sagte Franz dem MDR. Am kommenden Spieltag in Chemnitz muss der FCM die Kurve kriegen, sonst könnte es richtig ungemütlich werden.

Quelle: DPA