Abstiegskampf: Hamburg und Nürnberg am Abgrund

Der VfB Stuttgart macht den besten Eindruck im Abstiegskampf
Der VfB Stuttgart macht den besten Eindruck im Abstiegskampf
© imago/mika, imago sportfotodienst

09. Mai 2014 - 11:49 Uhr

Die 51. Bundesliga-Saison befindet sich im Schlussspurt. Während sich Hannover 96 und der SC Freiburg mit überzeugenden Siegen wohl aus dem Abstiegskampf verabschiedet haben, steht vier Clubs das Wasser bis zum Hals. Darunter auch drei Traditionsvereine. sport.de zeigt, wie es um die einzelnen Teams bestellt ist.

VfB Stuttgart (Platz 15, 28 Punkte, Tordifferenz: -13)

Was für den VfB spricht:

Die Mannschaft hat die Philosophie von Coach Huub Stevens begriffen. Die Grundordnung stimmt und wird von Spiel zu Spiel stabiler. Die Spieler glauben an den Coach und an den Klassenerhalt. Gegen Gladbach war der VfB über lange Strecken klar überlegen, agierte mit Martin Harnik als alleiniger Spitze extrem flexibel und ließ hinten kaum etwas zu. Zudem befindet sich Ibrahima Traore seit Wochen in herausragender Form.

Was gegen den VfB spricht:

Die Mannschaft belohnt sich nicht für den betriebenen Aufwand. In Gladbach kassierte man wieder ein spätes Gegentor. 16 Zähler fehlen dem VfB aufgrund von Gegentreffern in der Schlussviertelstunde. Nach Führung sind es sogar schon 30 Punkte, die liegengelassen wurden. Die mangelnde Chancenverwertung ist in diesem Zusammenhang nicht unbedingt förderlich.

Restprogramm: FC Schalke (H), Hannover 96 (A), VfL Wolfsburg (H), FC Bayern (A)

Hamburger SV (Platz 16, 27 Punkte, Tordifferenz: -16)

Was für den HSV spricht:

Rene Adler und Hakan Calhanoglu. Der Keeper leistet seit Wochen Unmenschliches und verhinderte zuletzt in Hannover mit seinen Paraden ein Debakel. Auch die Tatsache, dass Calhanoglu mit einer einzigen starken Aktion Spiele entscheiden kann, gibt etwas Grund zur Hoffnung. Ansonsten spricht nicht viel für den HSV.

Was gegen den HSV spricht:

Die Verletzungsproblematik, das anspruchsvolle Restprogramm, der mentale Zustand der Mannschaft. Man könnte die Liste beliebig fortführen. Laut Sportdirektor Oliver Kreuzer bleibt das Ziel zwar Platz 15, doch mittlerweile fragen sich auch die größten Optimisten, wie dieses Ziel erreicht werden soll. Gegen Hannover, ein Team, das vor der Partie ebenfalls mit dem Rücken zur Wand stand, war über 90 Minuten ein Klassenunterschied zu erkennen. Erstmals unter Mirko Slomka zeigte die Mannschaft Auflösungserscheinungen. Das mögliche Saison-Aus von Pierre-Michel Lasogga trifft den HSV ins Mark. Ersatzmann Jaques Zoua ist den Beweis der Bundesligatauglichkeit bislang schuldig geblieben

Restprogramm: VfL Wolfsburg (H), FC Augsburg (A), FC Bayern (H), Mainz 05 (A)

1. FC Nürnberg (Platz 17, 26 Punkte, Tordifferenz: -23 Punkte)

Nürnberg verliert nach sieben Niederlagen langsam die Hoffnung
Nürnberg verliert nach sieben Niederlagen langsam die Hoffnung
© dpa, Peter Steffen

Was für den 'Club' spricht:

Niemand hat die Nürnberger mehr auf dem Zettel – und da liegt die Chance. "Wir brauchen eine positive Überraschung", sagt Manager Martin Bader, man müsse "den Leuten zeigen, dass der Verein noch in der Lage ist, sich zu wehren." Die zwei verbleibenden Heimspiele gegen Bayer Leverkusen und gegen Hannover 96 erscheinen trotz der Tabellenkonstellation als durchaus machbar und könnten bereits zum Klassenerhalt reichen.

Was gegen den 'Club' spricht:

Die desillusionierenden Ergebnisse der letzten Wochen haben Spuren hinterlassen. Nach sieben Niederlagen aus acht Spielen ist der anfängliche Optimismus unter Coach Gertjan Verbeek komplett verflogen. Die Mannschaft tritt wie ein Absteiger auf. Deshalb stehen einige Spieler nicht mehr hundertprozentig hinter ihrem Übungsleiter und fordern eine defensivere taktische Ausrichtung.

Restprogramm: Bayer Leverkusen (H), Mainz 05 (A), Hannover 96 (H), FC Schalke (A)

Eintracht Braunschweig (Platz 18, 25 Punkte, Tordifferenz: -24)

Was für die Eintracht spricht:

Der Zusammenhalt innerhalb des Vereins. Coach Torsten Lieberknecht wird nicht müde, zu betonen, dass für die Eintracht die Entwicklung der Mannschaft im Vordergrund steht. Klassenerhalt hin oder her. Diese Marschroute unterstrich der Coach vor einigen Wochen mit der Unterschrift unter ein neues Arbeitspapier bis 2017. "Wir haben die beste Ausgangsposition, die meiste Ruhe und trotzdem sportlichen Ehrgeiz", brachte es Lieberknecht auf den Punkt. Auch die Niederlage in Freiburg wirft die Niedersachsen nicht aus der Bahn.

Was gegen die Eintracht spricht:

Der Ausfall von Domi Kumbela. Ohne den Kapitän und Goalgetter sind die Chancen auf einen Torerfolg verschwindend gering. Magere 19 Törchen brachte der Rest des Teams in 30 Saisonspielen zustande. Auch die Auswärtsschwäche der Eintracht ist eklatant. In der Fremde gelang erst ein Sieg. Für den Klassenerhalt am Ende wohl zu wenig.

Restprogramm: FC Bayern (H), Hertha BSC (A), FC Augsburg (H), 1899 Hoffenheim (A)