Nur Trainer Wagner nimmt seinen Schützling in Schutz - und der sagt sorry

Absicht oder nicht: Kabaks Spuck-Attacke widert (fast) alle an

Ozan Kabak fliegt bei der Schalker 1:3-Niederlage gegen Bremen mit Gelb-Rot vom Platz
© Imago Sportfotodienst

26. September 2020 - 22:48 Uhr

"Die Sicht von außen täuscht"

Sie war eine der Aufreger-Szenen bei Schalkes 1:3-Pleite gegen Bremen: Ozan Kabak räumt in der 26. Minute Ludwig Augustinsson an der Seitenlinie ab, kurz darauf spuckt er in Richtung des auf dem Boden liegenden Werder-Spielers. Geahndet wurde die Aktion nicht, sie dürfte aber ein Nachspiel haben. Die Reaktionen danach: Geschockt und angeekelt. Nur der vor dem Aus stehende Schalke-Coach David Wagner nahm seinen Spieler in Schutz. Und der entschuldigte sich später via Twitter.

Kohfeldt: "Ein absolutes Unding"

"Es sieht auf jeden Fall unschön aus, aber ich kenne Ozan. Ich bin zu 100 Prozent davon überzeugt, dass das keine Absicht war. Ich weiß, es sieht aus, als wäre es Absicht, aber ich kenne Ozan. Das ist ein unglückliches Bild. Aber Ozan ist keiner, der jemanden absichtlich anspuckt", sagte Wagner nach seiner möglicherweise letzten Partie als S04-Trainer bei Sky.

Diese Ansicht hat Wagner allerdings mehr oder weniger exklusiv. "Das ist nicht schön, das hat nichts mit Fußball zu tun", sagte "Spuck-Opfer" Augustinsson. Das sah auch Bremens Trainer Florian Kohfeldt so: "Das ist natürlich ein absolutes Unding, was nicht auf den Fußballplatz gehört."

Matthäus: "Das ist das Schlimmste"

Richtig angeekelt war Sky-Experte Lothar Matthäus. "Das war Absicht, eine bewusste Aktion", so der frischgebackene Opa: "Als Spieler angespuckt zu werden, ist das Schlimmste. Ich hoffe, dass er noch bestraft wird."

Kabak sagt sorry

Kabak selbst entschuldigte sich am späten Abend bei Augustinsson via Twitter und beteuerte, nicht mit Absicht gehandelt zu haben.