Abschlussprüfungen: Schleswig-Holstein zieht Absage zurück

Karin Prien, stellvertretende schleswig-holsteinische CDU-Chefin. Foto: Monika Skolimowska/zb/dpa/Archivbild
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25. März 2020 - 16:01 Uhr

Schleswig-Holstein will dem Vernehmen nach seine Abschlussprüfungen an den Schulen wegen der Corona-Krise nun doch nicht absagen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Teilnehmerkreisen einer Schaltkonferenz der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK). Es seien bei der Besprechung "sehr deutliche Worte" Richtung Schleswig-Holstein gefallen.

Die Kieler Bildungsministerin Karin Prien (CDU) hatte am Dienstag angekündigt, wegen der Corona-Krise alle Schulabschlussprüfungen ausfallen lassen zu wollen. Fast alle Länder hätten das in dem Gespräch kritisiert. Es gebe die Tendenz, dass die Länder ihre Prüfungen abhalten wollten.

Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) wollte sich am Nachmittag (15.30 Uhr) in Mainz zu den Ergebnissen des Gesprächs äußern.

In Hessen und Rheinland-Pfalz finden momentan Abiturprüfungen unter strengen Hygienevorschriften weiterhin statt. Andere Länder haben das Abi und andere Schulabschlussprüfungen verschoben. Lehrerverbände und Bundeselternrat kritisieren das unterschiedliche Vorgehen der Länder. Der Vorsitzende des Bundeselternrats, Stephan Wassmuth, sagte, anstatt - wie zugesagt - eine gemeinschaftliche Vorgehensweise anzustreben, koche jedes Bundesland sein eigenes Süppchen. Das verunsichere Schüler, Eltern, Lehrkräfte und alle darüber hinaus im Bildungssystem tätigen Menschen.

Quelle: DPA