Schüler und Eltern sorgen sich um die Schulabschlüsse

Kultusminister vereinbaren: Corona-Abschlüsse sind "gleichwertig", Prüfungen finden statt!

22. Januar 2021 - 9:06 Uhr

Angst um Abschluss bei Schülern groß

Die Schulen bleiben weiter dicht, der Unterricht findet überwiegend online statt. Für das Infektionsgeschehen ist das gut – für die Qualität des Unterrichts und die Abschlüsse der Schülerinnen und Schüler weniger. Viele Eltern sind zudem maßlos überfordert mit der Hilfe, die ihre Kinder im Homeschooling von ihnen benötigen. Ein guter Abschluss in Corona-Zeiten – wie soll das gehen? Die Kultusminister der Länder haben nun aber ein Signal gesetzt:

In einer Schaltkonferenz vereinbarten sie, dass auch die in diesem Corona-Schuljahr erworbenen Abschlüsse "denen früherer und späterer Jahrgänge gleichwertig sind und gegenseitig anerkannt werden".

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Eltern verzweifeln an Homeschooling

Der Druck, trotz Corona gute Noten zu bekommen und einen guten Abschluss hinzulegen, ist nicht nur für Schüler, sondern auch für die Eltern groß. Denn wenn die Kinder mal nicht weiterwissen, ist zuhause eben kein Lehrer da, um zu helfen. Bei Ramona aus Hamburg liegen die Nerven blank, sie betreut vier Kinder zuhause: "Ich bin die Mutter, ich bin nicht die Lehrerin. Mein Geduldsfaden ist kürzer beim Erklären, das ist viel Stoff, den die durchnehmen. Entsprechend viel Hilfe muss ich geben und ich habe noch drei weitere Kinder, die brauchen auch Hilfe." (Mehr dazu im Video)

Wie ihr geht es vielen Eltern in Deutschland. Sie sorgen sich zudem um die Zukunft ihrer Kinder. Denn die Benotung im Homeschooling ist nicht dieselbe, wie im Präsenzunterricht.

Einigung auf gleichwertige Anerkennung aller Corona-Abschlüsse

Die Kultusminister der Länder haben sich nun auf einen gemeinsamen Rahmen für Prüfungen und Schuljahreswiederholungen im laufenden Schuljahr verständigt. In einer Schaltkonferenz vereinbarten sie am Donnerstag, dass auch die in diesem Corona-Schuljahr erworbenen Abschlüsse "denen früherer und späterer Jahrgänge gleichwertig sind und gegenseitig anerkannt werden". Zudem einigten sie sich, dass Abiturprüfungen stattfinden sollen. Auch abschlussrelevante Prüfungen für Haupt- und Realschüler sowie an Berufsschulen sollen stattfinden, solange es das Infektionsgeschehen zulässt.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst (SPD) erklärte dazu: "Unser heutiger Beschluss ist von dem Leitgedanken getragen, dass Schülerinnen und Schülern in diesem von der Pandemie geprägten Schuljahr keine Nachteile für ihre weitere Bildungsbiografie entstehen dürfen."

Der Lehrerverband warnt hingegen vor einer Bevorzugung der Abschlüsse oder Benotungen im Homeschooling. Demnach wäre es fatal, wenn den Jugendlichen ein "leichterer" Corona-Abschluss nachgesagt würde und ihr Abschluss dadurch später weniger wert wäre.

Rechtlich bindend sind die Beschlüsse der Kultusministerkonferenz jedoch nicht. Am Ende entscheidet jedes Bundesland selbstständig, wie genau es in der Pandemie weiter vorgeht.

Wunsch nach Fahrplan in Schulen

Viele Eltern sowie Schüler wünschen sich einen Fahrplan, in dem die nächsten Schritte für Schulen deutlich werden. Genau den gibt es jedoch nicht. Stufenpläne, wann welche Jahrgänge bei möglichen Lockerungen zurück in den Präsenzunterricht kommen können, gibt es zwar für die meisten Bundesländer. Doch konkrete Termine dafür fehlen bislang. In der Kultusministerkonferenz erklärte Britta Ernst, dass ein Fahrplan vom Infektionsgeschehen abhängig sei. Weit voraus planen sei daher momentan nicht möglich.

In manchen Bundesländern können Abschlussklassen wieder in die Schulen kommen, genau wie Grundschulkinder. Die Präsenzpflicht ist jedoch fast überall ausgesetzt. Am Dienstag haben Bund und Länder beschlossen, den aktuellen Lockdown bis zum 14. Februar zu verlängern. Bis dahin bleibt sowohl Schülern als auch Eltern nichts anderes übrig, als abzuwarten.