Abschied vom Gesicht Südafrikas

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7. Juni 2016 - 14:20 Uhr

Revolutionär und Nobelpreisträger

Nelson Rolihlahla Mandela – er stand für den Traum von Gleichberechtigung von Schwarz und Weiß. Mandela ist Südafrikas Gesicht. Nicht erst, seit er 1990 nach 27 Jahren Haft frei kommt und gefeiert wird. Nach seiner Entlassung zeigt er keine Verbitterung, sondern hält eine versöhnende Rede über den Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit in Südafrika.

Sein Einsatz wird belohnt. Neben Martin Luther King und Malcolm X gilt Mandela als wichtigster Vertreter im Kampf gegen die weltweite Unterdrückung der Schwarzen. Der "Schwarzenführer" und der damalige Präsident der weißen Südafrikaner, Frederic Wilhelm de Klerk, erhalten 1993 den Friedensnobelpreis und kommen ihrem gemeinsamen Ziel, dem friedlichen Ende der Apartheit, ein Jahr später ganz nah. 1994 wählen zum ersten Mal in der Geschichte des Landes Südafrikaner aller Hautfarben ein Parlament. Mandelas Partei, der afrikanische Nationalkongress, wird großer Wahlsieger und er der erste schwarze Präsident.

Sein Kampfgeist brachte ihn hinter Gitter

Als Sohn eines Stammeshäuptlings kommt er am 18. Juli 1918 in Mvezo, Transkei, zur Welt und studiert später Jura. 1944 gründet er die Jugendliga des afrikanischen Nationalkongresses.

Die Rassentrennung erreicht 1960 einen blutigen Höhepunkt. Jetzt wählt auch Mandela den bewaffneten Widerstand. Die Folge: Der afrikanische Nationalkongress wird verboten und Mandela wegen Streikaufrufs verhaftet und zu fünf Jahren Gefängnis wegen illegaler Auslandsreisen und Streikaufrufs verurteilt. Am 12. Juni 1964 werden er und sieben weitere Mitstreiter zu lebenslanger Haft wegen Sabotage und Planung bewaffneten Kampfes verurteilt.

Mandela lehnte im Februar 1985 das Angebot einer Freilassung ab, die an die Bedingung geknüpft war, auf den bewaffneten Kampf zu verzichten. Zum internationalen Druck, ihn freizulassen, zählte das Nelson Mandela 70th Birthday Tribute Concert 1988.

Bis zuletzt setzte sich Nelson Mandela bei Konzerten und Kongressen für Kinder und besonders für Aidskranke ein. Auch sein Sohn Makgatho stirbt 2005 an der tödlichen Immunschwäche.

Mit seinem Einsatz rührte Nelson Mandela zu Tränen. Er brachte die Menschen zusammen.