Abschied nehmen von Helmut Kohl: Deutschland und Europa gedenken dem Altkanzler

23. Juni 2017 - 15:30 Uhr

Deutschland und Europa verabschieden sich von Helmut Kohl

Der Ablauf der Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen Alt-Kanzler Helmut Kohl nimmt konkrete Formen an. Der Trauerakt im Europäischen Parlament in Straßburg werde am 1. Juli um 11 Uhr beginnen und etwa zwei Stunden dauern, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums.

Anschließend werde der Sarg mit dem Leichnam Kohls per Hubschrauber nach Deutschland gebracht. Nach der Landung in der Nähe von Ludwigshafen folge die Überführung nach Speyer, wo im Dom am späten Nachmittag eine Totenmesse geplant sei.

Lammert sprach auch über Schattenseiten von Kohls Karriere

Bereits am Dienstag war bekannt geworden, dass Kohl seine letzte Ruhestätte auf einem Friedhof in Speyer finden wird und nicht im Familiengrab der Kohls in Ludwigshafen. Kohls Grab wird auf dem Friedhof sein, auf dem die Mitglieder des Domkapitels beigesetzt werden.

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hat in einer Gedenkfeier des Bundestags für Helmut Kohl auch an die Niederlagen und Schwächen des Altkanzlers erinnert. "Kohls Weg säumten nicht zuletzt Verletzungen - die er selbst erlitt und die er anderen zufügte", sagte Lammert zu Beginn der Parlamentssitzung in Berlin.

Er erinnerte auch an Kohls Spendenaffäre 1999: "Manche Fehler räumte Kohl selbst ein. Dass sein Abschied nach dem Verlust der Regierungsverantwortung auch aus der aktiven Politik so wurde, wie es in der Formulierung seines Biografen Hans-Peter Schwarz die Umstände der 'kreativen Verschleierung von Parteispenden' am Ende erzwangen, hängt wieder mit der außergewöhnlichen, bisweilen auch außergewöhnlich sturen Persönlichkeit Kohls zusammen."

Der Altkanzler war mit 87 Jahren in seinem Haus in Ludwigshafen-Oggersheim gestorben. Im Dezember 1999 sorgte Angela Merkel als CDU-Generalsekretärin mit einer öffentlichen Distanzierung in Kohls Spendenaffäre wesentlich für seinen Sturz.