Exklusive Bilder vom Abflug

Abschiebung aus der Türkei: Salafisten-Familie in Berlin gelandet

14. November 2019 - 20:33 Uhr

Türkei: Siebenköpfige Familie ist in Deutschland gelandet

Die aus der Türkei abgeschobene siebenköpfige deutsch-irakische Salafisten-Familie aus Hildesheim ist am späten Donnerstagnachmittag am Flughafen Tegel gelandet. Wie ein Sprecher des türkischen Innenministers gegenüber RTL und n-tv bestätigte, wurde die Familie zuvor mit einem Fahrzeug der Einwanderungsbehörde zum Istanbuler Flughafen gebracht. Im Video ist zu sehen, wie die Personen vor allen anderen Passagieren in den Flieger einsteigen. Die Türkei hatte vor wenigen Tagen angekündigt, mehrere Deutsche abzuschieben. Diese gelten dort als "ausländische Terroristenkämpfer".

Unklar, ob Familie nach Niedersachsen zurückkehrt

Die jetzt abgeschobene Familie stammt ursprünglich aus dem Irak. Es handelt sich um vier Frauen, zwei Männer und ein Baby. Nach Erkenntnissen deutscher Behörden besitzen alle Familienmitglieder bis auf den Vater die deutsche Staatsbürgerschaft. Haftbefehle wegen islamistischer Umtriebe liegen gegen die Familienmitglieder nicht vor. Die Familie, die auch volljährige Kinder hat, ist nach der Landung in Deutschland also auf freiem Fuß. Allerdings droht dem Vater womöglich wegen anderer krimineller Machenschaften Strafverfolgung.

Nach der Landung sollte die Familie nach Angaben aus Sicherheitskreisen auf Vertreter mehrerer Behörden treffen und auch befragt werden. Wie es danach weitergeht, war zunächst offen. Die Bundespolizei wollte Einreisekontrollen vornehmen und etwa prüfen, ob die Familie gültige Papiere hat.

Festnahme in der Türkei

Die Familie war Ende Januar in die Türkei gereist und nach zwei Monaten in der Stadt Samsun festgenommen worden. In türkischer Abschiebehaft wurde eines der Kinder geboren. Den Grund für die Inhaftierung teilten die türkischen Behörden nicht mit.

Die Türkei hatte die Abschiebung mehrerer deutscher mutmaßlicher Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in dieser Woche angekündigt. Über einen möglichen Aufenthalt der Familie B. im ehemals vom IS kontrollierten Gebiet im Irak oder Syrien ist jedoch nichts bekannt.

Zwei IS-Frauen sollen abgeschoben werden

Am Freitag werden in Deutschland zwei Ehefrauen von IS-Kämpfern erwartet. Dabei handelt es sich um eine 1998 geborene Frau, der es gelungen war, aus dem von Kurden bewachten Gefangenenlager Al-Hol in Syrien zu fliehen. Sie saß den Angaben zufolge zuletzt in der türkischen Stadt Gaziantep in Abschiebegewahrsam.

Nach bisheriger Planung soll am Freitag auch eine gebürtige Hannoveranerin ins Flugzeug gesetzt werden, der es nach einer Massenflucht aus dem syrischen Lager Ain Issa gelungen war, sich in Richtung Türkei abzusetzen.