Autobauer dementiert

Medienbericht: Weitere Abschalteinrichtungen bei VW?

VW setzte offenbar auch bei neueren Dieselmotoren Vorrichtungen ein.
VW setzte offenbar auch bei neueren Dieselmotoren Vorrichtungen ein.
© deutsche presse agentur

12. September 2019 - 13:30 Uhr

Medienbericht: VW soll auch Diesel mit Euro-6-Abgasnorm manipuliert haben

Knapp vier Jahre nach Beginn des "Diesel-Skandals" weiten sich die Manipulationsvorwürfe weiter aus: VW soll auch bei neueren Diesel-Motoren Vorrichtungen eingesetzt haben, um Abgastests automatisch zu erkennen. Solch eine Software sei auch bei Fahrzeugen des ersten Diesel-Skandals verwendet worden. Das berichtet der SWR. Der Konzern dementierte: Volkswagen hat nach eigener Darstellung in neueren Diesel-Autos keine unzulässigen Abschaltvorrichtungen zur Manipulation der Abgaswerte eingebaut. Nach aktuellem Stand sei "nichts Illegales passiert", sagte ein VW-Sprecher der dpa.

Abschalteinrichtungen bei VW-Motoren: Golf, Passat und Tiguan sollen betroffen sein

Nach Angaben des SWR soll VW auch in neueren Diesel-Motoren mit Euro-6-Abgasnorm eine Software eingebaut haben, die erkennen soll, ob das Fahrzeug gerade geprüft wird. Das gehe aus internen Dokumenten hervor, die dem SWR vorliegen sollen. Demnach soll der möglicherweise manipulierte Diesel-Motor in hunderttausenden Autos verwendet worden sein. Darunter befänden sich Modelle wie Golf, Passat und Tiguan. Außerdem sollen Autos der Konzern-Marken Audi, Seat und Skoda mit den Motoren ausgestattet worden sein.

VW-Konzern dementiert die Vorwürfe

Ein VW-Sprecher erklärte, es sei nicht verboten, so genannte "Fahrkurven" festzulegen. Dabei werden bestimmte Eigenschaften eines Autos so eingestellt, dass prinzipiell auch erkannt werden kann, ob es sich gerade in einem Prüfstandstest befindet. Diese Einstellungen dürften von Entwicklern aber nicht dazu genutzt werden, etwa die Abgassteuerung zu beeinflussen. Hinweise darauf, dass so etwas geschehen sein könnte, habe der Autobauer nicht.

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Ministerium: Keine neuen Abschalteinrichtungen bei VW festgestellt

Nach Ansicht des Bundesverkehrsministeriums hat VW keine illegalen Abschalteinrichtungen in die Software neuer Diesel-Autos eingefügt. "Das Kraftfahrt-Bundesamt hat zu diesen Modellen bereits in 2016 eigene Messungen, Untersuchungen und Analysen durchgeführt", erklärte das Ministerium am Donnerstag. Die Vorwürfe gegen den Autobauer seien "nicht neu". Aber: "Unzulässige Abschalteinrichtungen konnten nicht festgestellt werden."

Abgasaffäre kostet VW bereits viele Milliarden Euro

Bei der in den USA aufgedeckten Abgasaffäre, die den VW-Konzern bereits viele Milliarden Euro gekostet hat, geht es technisch darum, dass eine Software erkennt, dass das Auto auf Abgas-Prüfstände getestet wird. Die Einstellungen des Autos werden dann so geändert, dass die Richtwerte erreicht werden. Draußen auf der Straße sind die Werte dann höher.