Abschaffung der Roaming-Gebühren in der EU: Das sollten Sie dazu wissen

7. April 2017 - 14:34 Uhr

Ab dem 15. Juni 2017 sind Roaming-Gebühren Geschichte

Wer ab Mitte Juni ins europäische Ausland fährt, muss endlich keine Roaming-Gebühren mehr für die Handy-Nutzung zahlen. Herrlich. Mobil zu telefonieren oder SMS zu schicken kostet also nicht mehr als zu Hause. Aber aufpassen müssen wir leider, wenn das Internet ins Spiel kommt. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten sollten.

Gültigkeit hat das Ganze für 28 EU-Länder sowie Norwegen, Liechtenstein und Island

Schnell ein Selfie vor dem Eifelturm schießen - kein Problem. Aber es sofort per WhatsApp verschicken? Da sind viele Urlauber eher vorsichtig, zu hoch waren bisher die Kosten fürs Roaming und so wurde bei einigen das Handy eigentlich nur zum Fotografieren benutzt. Ab 15. Juni wird sie das vielleicht nochmal überdenken, denn ab dann sind Roaming-Gebühren Geschichte. Das EU-Parlament verabschiedete jetzt eine Verordnung, die Obergrenzen für die gegenseitige Gebührenabrechnung zwischen europäischen Mobilfunkunternehmen festlegt.

Was genau bedeutet das für die Verbraucher?
"Mit dem Handy von Holland nach Deutschland zu telefonieren oder von Spanien nach Deutschland soll genauso teuer sein wie mit dem Handy wie von Castrop-Rauxel nach Essen oder Berlin zu telefonieren", sagt Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur der Verbraucherseite 'Finanztip'. Auch das Verschicken von SMS und das Surfen im Internet kostet dann nicht mehr extra. Gültigkeit hat das Ganze in den 28 EU-Ländern, sowie in Norwegen, Liechtenstein und Island.

Kann mein Telefonanbieter meinen Handy-Tarif einfach ändern?

Experten wittern aber bereits kostspielige Konsequenzen für die Kunden: Sie sehen eine Preiswende bei den Mobilfunkanbietern anstehen. Handytarife könnten in Zukunft teurer werden. "Der Anbieter kann den Vertrag nicht einseitig ändern. Wenn er auf einmal mehr Geld haben will, aber es besteht noch eine Rest-Vertragslaufzeit, dann widerspricht der Kunde am besten einfach und behält Tarif zu den gebuchten Konditionen - auch wenn der Vertrag noch 20 Monate läuft", erklärt Tenhagen. Das bedeutet: Mit einer 1-Gigabyte-Flatrate kann man in Zukunft auch im Urlaub etwa acht Stunden bei Facebook unterwegs sein. Man kann etwas mehr als zwei Stunden Videos schauen oder immerhin rund 200 Fotos senden.

Was passiert, wenn ich mein Datenvolumen im Ausland aufbrauche?
"Hat man das gebuchte Datenvolumen es überschritten, wird unendlich langsam oder ich bekomme etwas zugebucht im Grunde das Gleiche, was für meinen inländischen Tarif gilt."

Dann heißt es ja schon bald: Handy nehmen, in Pose werfen, Foto machen und via Internet abschicken - ganz ohne Angst vor den Kosten.