Haas verlängert mit Grosjean

Absage von Haas: Hülkenberg muss um Formel-1-Zukunft bangen

19. September 2019 - 17:11 Uhr

Fährt 2020 nur noch ein Deutscher in der Formel 1?

Bittere Nachrichten für Nico Hülkenberg: Der Haas-Rennstall hat sich gegen eine Zusammenarbeit mit dem 32-Jährigen entschieden. Das US-Team verlängerte stattdessen mit dem zuletzt viel kritisierten Franzosen Romain Grosjean. Für Hülkenberg sieht es nun düster aus, ihm gehen die Optionen für ein Cockpit aus.

Haas macht mit Grosjean weiter

Noch vor einer Woche hatte Haas-Teamchef Günther Steiner von einer "Entscheidung zwischen Nico und Romain" gesprochen und Hülkenberg als "sehr guten Fahrer und sehr guten Typen" gelobt. Er habe mit dem Hulk gesprochen, "ein formales Angebot" habe es dann aber nicht gegeben. Am Medientag in Singapur verkündete Steiner stattdessen, dass es 2020 mit Grosjean weitergeht, der einen neuen Einjahresvertrag erhält.

Der Franzose fährt schon seit der Teamgründung im Jahr 2016 für Haas, war für seine unwirschen Aktionen in dieser Saison aber mehrfach heftig von Steiner kritisiert worden. Experten hatten Hülkenberg deshalb gute Chancen auf den zweiten Haas-Platz neben Kevin Magnussen eingeräumt.

Bis Saisonende steht Hülkenberg noch bei Renault unter Vertrag, wo er 2020 aber durch den Franzosen Esteban Ocon ersetzt wird.

So begründet Steiner seine Entscheidung

Hauptgrund für die Wahl Grosjeans sei gewesen, dass "wir wissen, was wir an ihm haben", sagte Steiner. Der Südtrioler habe sich die prinzipielle Kernfrage gestellt, ob er ein neues Element ins Team bringen wolle oder nicht.

"Manchmal muss man ein neues Feuer anzünden. Aber manchmal muss man sich auch erinnern, wie wir es zum Beispiel zwischen 2017 und 2018 geschafft haben, um in unserer dritten Saison so stark zu sein. Warum sollte ich also etwas verändern und ein Risiko eingehen?", so Steiner.

Haas fährt bereits seit 2017 mit der streitbaren Fahrerkombination Grosjean/Magnussen, die sich des Öfteren gegenseitig ins Auto gefahren waren.

Hier wäre theoretisch noch Platz für Hülki

Bei RTL hatte sich Hülkenberg am Montag noch sehr optimistisch gezeigt. "Wenn ich möchte, kriege ich einen Rennsitz", sagte er.

Nun aber gehen ihm die Optionen für eine Zukunft in der Formel 1 zügig aus. Nur Alfa Romeo, Hinterbänkler Williams sowie Red Bull und dessen Schwesterteam Toro Rosso haben theoretisch noch freie Plätze im Angebot.

Alfa, Toro Rosso oder Williams?

Nico Hulkenberg (GER) Sauber.22.11.2013. Formula 1 World Championship, Rd 19, Brazilian Grand Prix, Sao Paulo, Brazil, Practice Day.- www.xpbimages.com, EMail: requests@xpbimages.com - copy of publication required for printed pictures. Every used pic
Rückkehr nach sechs Jahren? Schon 2013 fuhr Hülkenberg für Sauber
© XPBCC, xpb.cc

Am ehesten könnte es dabei wohl beim Ferrari-nahen Alfa-Team klappen, für das Hülkenberg schon 2013 gefahren war, als der Rennstall noch unter dem Namen Sauber firmierte. Dort steht der Italiener Antonio Giovinazzi für 2020 auf der Kippe. Allerdings gelten auch Mick Schumacher sowie einige andere Ferrari-Nachwuchsfahrer als Kandidaten auf ein Alfa-Cockpit, sofern sich das Team gegen Giovinazzi entscheiden sollte.

Red Bull hat Alex Albon, Toro Rosso mit Daniil Kvyat und Pierre Gasly sogar beide Fahrer noch nicht fürs kommende Jahr bestätigt, aber: Red Bull ist seit etlichen Jahren für die klare Philosophie bekannt, dass nur Nachwuchsfahrer aus der eigenen Red-Bull-Akademie in die Königsklasse hochgezogen werden.

Als letzte Option bliebe dann noch die Rückkehr zu den Wurzeln: Für das Hinterbänklerteam Williams fuhr Hülkenberg schon in seiner Formel-1-Debütsaison 2010, bei dem Robert Kubica am Donnerstag seinen Rücktritt zum Saisonende ankündigte.

Hülkenberg bestritt bislang insgesamt 170 Rennen für Williams, Sauber, Force India und Renault und ist noch ohne Podestplatz.

Trübe Aussichten also für Hülkenberg: 2020 fährt mit Sebastian Vettel womöglich nur noch ein Deutscher in der Königsklasse.