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Malstunde mit Gangster-Rapper

Abou-Chakers Droh-Kulisse: Bushido muss vor Gericht Arafats Büro zeichnen

Rapper Bushido musste vor Gericht den Ort malen, an dem er festgehalten worden war.
Rapper Bushido musste vor Gericht den Ort malen, an dem er festgehalten worden war.
© dpa, ---, fux htf

18. Januar 2021 - 15:07 Uhr

Bushido muss Zeichenkünste unter Beweis stellen

Der Prozess Bushido vs. Arafat Abou-Chaker geht in die nächste Runde. Nachdem beim letzten Prozesstag detailliert die Schimpfworte des Clan-Chefs analysiert wurden, ging es heute wieder darum, was vor drei Jahren in Arafats Büro in der Puderstraße passiert ist. Dazu sollte Anis Mohamed Youssef Ferchichi, wie Bushido bürgerlich heißt, eine Skizze des Büros zeichnen. RTL-Gerichtsreporterin und Prozessbeobachterin Samina Faizi hat die wichtigsten Elemente der Skizze abgezeichnet.

Bushido zeichnet Büro-Szene, in der er offenbar bedroht wurde

Bushidos Skizze von Arafat Abou-Chakers Büro
So soll das Büro von Arafat Abou-Chaker aussehen - die wichtigsten Elemente von Bushidos Skizze
© rtl.de, Samina Faizi

Am 18. Januar 2018 soll Bushido unter anderem von Arafat Abou-Chaker in einem Büro eingesperrt, bedroht, beschimpft und mit einer Wasserflasche und einem Stuhl attackiert worden sein. Mit dabei auch Arafats Brüder Yasser und Nesser.

Alle Beteiligten hat Bushido in seine Skizze eingezeichnet. Zu viert sollen sie an einem kniehohen Tisch gesessen haben: Yasser, Nesser, Arafat und Bushido.

Nach Bushidos Aussage im Dezember 2020 passierte dann folgendes: Arafat habe die Tür abgesperrt und den Schlüssel in die Tasche gesteckt. "So, und jetzt wirst du hier erst wieder lebendig rauskommen, wenn du uns die Wahrheit gesagt hast", soll Yasser drohend das Gespräch begonnen haben.

Auslöser des Vorfalls: Rapper Bushido will sich von seinem ehemaligen Geschäftspartner lösen. Im Prozess am Montag werden auch nochmal die schwindelerregenden Summen deutlich, über die wohl gesprochen wurde. Bushido war bereit, Arafat bis zu 2,4 Millionen Euro zu zahlen, um von ihm loszukommen und zusätzlich eine Beteiligung an den Musik-Einnahmen der nächsten drei Jahre.

Auch Clan-Chefs sind mit Ikea eingerichtet

Die angeklagten Abou-Chakers im Berliner Landesgericht
Arafat Abou-Chaker (links)und Yasser Abou-Chaker (rechts) auf dem Weg in den Gerichtssaal
© rtl.de, Samina Faizi

Sehr detailliert hat Bushido auch die Möbel aufgezeichnet. Unter anderem stehen in Arafats Büro anscheinend ein großes Ikea-Regal und zwei Schreibtische der schwedischen Möbelhaus-Kette. Fast so wie in jedem deutschen Haushalt. Ironischerweise steht mitten im Raum auch ein großer Glastisch mit Bushido-Logo. Fast direkt daneben ein flacher Tisch, an dem der Hauptangeklagte Arafat Abou-Chaker mit Bushido gestritten haben soll.

Die Fensterfront zur Straße hin ist, laut Bushidos Skizze, foliiert und mit Lamellenvorhängen versehen – in das Büros des Clan-Chefs soll keiner reingucken.

Bushido ist beim heutigen Prozesstag übrigens verschnupft, trägt eine dicke Winterjacke mit Fellkragen und einen Schal. Die Fenster im Gerichtssaal sind coronabedingt die ganze Zeit geöffnet. Arafat Abou-Chaker dagegen scheint die Kälte nichts auszumachen. Er trägt nur einen weißen Wollpullover.

Bushido stellt sich als Familienmensch dar

Bushido wurde auch nach der Lautstärke im Büro gefragt. Ging es eher laut oder leise zu? Der 42-jährige darauf: "Ich streite mich jedes Mal in der Küche mit meiner Frau, weil sie sagt, das Radio ist zu laut. Ich habe eine andere Definition von laut." Auf eine andere Frage antwortet Bushido: "Ich muss drei Kinder zu Hause bespaßen, wegen Homeschooling."

Während des gesamten Prozesses bringt Bushido immer wieder seine Frau Anna-Maria Ferchichi, die Schwester von Sängerin Sarah Connor, und seine Kinder ins Spiel. Ist das vielleicht sogar Kalkül? Um sich als Familienmensch darzustellen, der sich für Frau und Kinder entschieden hat und gegen den Clan-Chef Arafat Abou-Chaker? Reine Spekulation, aber auch RTL-Gerichtsreporterin Samina Faizi fällt auf: "Bushido versucht sich hier vor Gericht die ganze Zeit als ganz normalen Familienvater darzustellen, mit den Pflichten eines vierfachen Vaters, der mit dem Clan-Milieu abgeschlossen hat und das alles hinter sich lassen will."

Ob die Richter das auch so sehen, entscheidet sich wahrscheinlich im April, denn dann soll das Urteil im Fall Bushido vs. Arafat fallen.

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