Abos, Strom und Mitgliedschaften

Mehrwertsteuersenkung: So viel sparen Familien bis Ende 2020

02. Juli 2020 - 19:59 Uhr

Kostenvergünstigungen auch bei Stromvertrag

Vom 1. Juli bis Jahresende wird es für alle Verbraucher in Deutschland günstiger. Denn seit Monatsbeginn gilt ein niedrigerer Steuersatz. Statt 19 Prozent Mehrwertsteuer zahlen Verbraucher beim Einkauf nur noch 16 Prozent des Preises an den Staat. Der ermäßigte Steuersatz von sieben Prozent - der bei Produkten wie beispielsweise Fisch, Fleisch, Milch, Kaffee oder Schnittblumen berechnet wird – wird auf fünf Prozent gesenkt. Nicht nur viele Supermärkte geben die Steuervergünstigung an ihre Kunden weiter, auch bei Abos und Energieverträgen kann gespart werden. Wo Sie jetzt welche Kosten einsparen können und welche Anbieter Sie kontaktieren sollten, sehen Sie im Video.

Anspruch auf Vergünstigung besteht nicht überall

Trotz der Kaufanreize durch die Regierung besteht der Anspruch auf Vergünstigung nicht grundsätzlich. Bei Handyverträgen kann die Mehrwertsteuersenkung nicht eingefordert werden. Anders hingegen sieht es bei Verträgen mit Energieversorgungsunternehmen aus. So kann beim Strom in diesem Jahr noch gespart werden. "Als erstes sollte ich meine Vertragsbedingungen anschauen. Dort ist geregelt, wie mit der Mehrwertsteuer bei der Preiskalkulation umzugehen ist. Und wenn es eine Klausel gibt in meinen Vertragsbedingungen, die eben vorschreiben, dass die Mehrwertsteuer weiterzureichen ist, dann kann ich das auch vom Versorger einfordern", erklärt Michael Hummel von der Verbraucherzentrale Sachsen gegenüber RTL.

Hohe Mehrkosten für Einzelhändler

Mit der neuen Steuersenkung will die Bundesregierung die Kaufkraft ankurbeln. Kunden sollen wieder vermehrt in die Geschäfte gelockt werden, um die wochenlange Flaute durch die Corona-Einschränkungen auszugleichen. Für Einzelhändler ergeben sich daraus allerdings auch große Herausforderungen. Preisschilder müssen neu etikettiert und Kassensysteme umgestellt werden. "Der damit verbundene enorme Umstellungsaufwand für die Unternehmen und die sich daraus ergebenen finanziellen Belastungen wurden von der Politik weitgehend ignoriert", bemängelt der Mittelstandsverbund. Kritik kommt auch aus den politischen Reihen der FDP. "Dieser Aufwand für sechs Monate ist absurd, denn die Verbraucher werden die Entlastung kaum zu spüren bekommen", sagte FDP-Fraktionsvize Christian Dürr.

Trotz der Mehrkosten für Unternehmen, haben sich schon viele bereit erklärt, die Mehrwertsteuersenkung an die Verbraucher weiterzugeben. Bei Dienstleistungsanbietern, die keine Angaben zur Preissenkung machen, rät die Verbraucherzentrale Sachsen dazu, beim Anbieter nachzufragen.