„Wir kennen den Schmerz“

„Aboriginal Lives Matter“: Proteste gegen Benachteiligung von Aborigines

09. Juni 2020 - 10:03 Uhr

Australier machen auf Diskriminierung von Minderheiten aufmerksam

Nach dem Tod von George Floyd in den USA haben auch in Australien Demonstranten gegen Gewalt und Diskriminierung protestiert. Die Proteste richten sich nicht nur gegen die Diskriminierung der schwarzen Bevölkerung in Amerika, sondern auch die der Aborigines.

Die Teilnehmer forderten die Polizei in aller Welt auf, nicht länger gezielt gegen Minderheiten vorzugehen. Zudem skandierten sie Parolen und hielten Plakate mit der Aufschrift "Aboriginal Lives Matter" (Die Leben der Aborigines zählen) hoch.

Australische Ureinwohner werden gesellschaftlich benachteiligt

Aborigines machen etwa drei Prozent der australischen Bevölkerung aus. Im gesellschaftlichen Leben werden die Ureinwohner Australiens stark benachteiligt. So verdienen sie im Durchschnitt 33 Prozent weniger, als die restliche Bevölkerung. Gleichzeitig machen sie 27 Prozent der Inhaftierten in australischen Gefängnissen aus.

Polizeigewalt auch gegen Aborigines

Weiter angefacht wurden die Proteste durch ein Video, das in den sozialen Netzwerken die Runde macht. Es zeigt, wie ein Polizist in der vergangenen Woche einem jungen Aborigine die Beine unter dem Körper wegtritt. Der Teenager fällt zu Boden und wird dort von den Polizisten festgenommen.

Seine Eltern haben Anzeige gegen den Polizisten erstattet. "Wir kennen den Schmerz, den das schwarze Amerika nach dem Tod von George Floyd fühlt, weil wir ihn auch fühlen", sagte die Familie des Jungen in einem anonymen Statement.