Kohl, Kürbis oder Eintopf

Winterliche Turbo-Diäten: Purzeln die Kilos in nur einer Woche?

26. November 2019 - 10:36 Uhr

Ernährungsberaterin begleitet drei Testerinnen

Plätzchen, gebrannte Mandeln, Weihnachtsbraten: Bald lockt die Adventszeit mit all ihren süßen und herzhaften Versuchungen. So manch einer versucht da, drohenden Extra-Kilos mit einer Crash-Diät vorzubeugen. Aber funktionieren die wirklich? Unsere drei Testerinnen wollen das herausfinden – und stellen ihre Ernährung für eine Woche auf Weißkohl, Kürbis oder Eintöpfe um. Ob damit wirklich die Kilos purzeln, sehen Sie im Video.

Abnehmen in nur sieben Tagen?

Britt, Ute und Gabi lassen sich vor unserem Test noch mal beim Arzt durchchecken. Das Ergebnis: Alle drei haben einen BMI von über 25 und sind damit übergewichtig. Aber können sie ihr Gewicht in nur einer Woche reduzieren? Kerstin Eger ist zertifizierte Ernährungsberaterin. Sie stellt den drei Frauen Rezepte für ihre jeweilige Diät zur Verfügung und begleitet den Test.

Britts Kürbis-Diät

Britts Diät scheint die angenehmste von allen zu sein: Sie darf drei Mahlzeiten am Tag zu sich nehmen, zum Frühstück gibt's beispielsweise Joghurt mit Früchten. Der Kürbis darf auf verschiedene Arten zubereitet werden, etwa als Suppe oder im Ofen – auf allzu fettige Zutaten wie Crème Fraîche und Co. sollte dabei allerdings natürlich verzichtet werden und die Portionen sollten auch nicht zu groß ausfallen. Die positiven Eigenschaften des Kürbis, die beim Abnehmen helfen sollen: 90 Prozent Wassergehalt, nur etwa 25 Kalorien pro 100 Gramm und viele sättigende Ballaststoffe.

Zwischenmahlzeiten sind bei der Kürbis-Diät nicht vorgesehen – die Pausen von vier bis fünf Stunden zwischen den Mahlzeiten sollen die Fettverbrennung ankurbeln.

Auch "Let's Dance"-Star Ekat Leonova weiß, wie gesund Kürbis ist, und hat mit uns drei leckere Low-Carb-Rezepte gekocht!

Utes Kohlsuppen-Diät:

Die Kohlsuppen-Diät zählt zu den ältesten und beliebtesten Blitzdiäten. Ihren Ursprung hat sie in den USA. Wie der Name schon verrät, soll über einen Zeitraum von wenigstens fünf bis sieben Tagen ausschließlich Kohlsuppe gegessen werden. Pro Tag darf man so viel von der Suppe essen, wie man will. Strengere Diätpläne sehen für zwischendurch nur Wasser oder Kräutertees vor, Ute darf ihren aber um Gemüse, Obst, Kartoffeln, mageres Fleisch und Reis erweitern. So gibt es an Tag 3 zum Beispiel eine Pellkartoffel mit Quark.

Doch die Umstellung hat ihren Preis: Ute leidet in den ersten Tagen unter starken Kopfschmerzen. "Der Blutzuckerspiegel ist ganz unten, der Körper stellt jetzt erst auf die Fettverbrennung um. Er hat die ganze Zeit schnell verfügbare Kohlenhydrate bekommen, deshalb ist das jetzt quasi wie eine Entgiftung, wodurch es auch zu Kopfschmerzen kommen kann", erklärt Kerstin Eger. An Tag 7 muss sich Ute sogar übergeben! Ob das die Mühe wert ist, verrät das Endergebnis im Video.

Gabis Eintopf-Diät

Bei der Eintopf-Diät gibt es zwar zwei warme Mahlzeiten am Tag, dafür aber kein Frühstück. "Damit können wir schon mal die Fettverbrennung anregen", erklärt Kerstin Eger. Wasserreiche und frische Zutaten – zum Beispiel Wirsing, Brokkoli oder Porree  sollen ihr Übriges tun: "So wird der Magen mit wenig Kalorien gut gefüllt."

Die Gemüse-Ballaststoffe werden je nach Belieben durch Proteine aus magerem Fleisch ergänzt, Linsen, Kichererbsen oder auch Wurzelgemüse bilden die Grundlage. Für zwischendurch sind auch bei Gabi keine Snacks vorgesehen, außerdem ist reichlich trinken angesagt, zum Beispiel ungesüßten Tee oder Wasser.

Achtung vor dem Jojo-Effekt

Kurzfristig Kilos verlieren klingt toll, doch Kerstin Eger gibt zu bedenken: "Durch eine Crash-Diät wird viel Wasser vom Körper ausgeschieden, was dann natürlich für ein anderes Verhältnis von Körperfett und -wasser sorgt. Sie ist außerdem eine Art Sparprogramm für die Muskeln." Unser Körper passt sich den äußeren Gegebenheiten an: Nehmen wir über mehrere Tage weniger Kalorien zu uns, sinkt auch der Grundumsatz. Der Organismus läuft auf Sparflamme und verbrennt weniger Kalorien. Essen wir dann von einem auf den anderen Tag wieder normal, speichert er, was er kriegen kann, um für zukünftige Nahrungsengpässe gewappnet zu sein.

Mit anderen Worten: Unser Körper ist bestrebt, die Fettzellen wieder zu füllen – und zu den verbliebenen Fettpölsterchen gesellen sich nicht selten neue hinzu. Wer dauerhaft abspecken will, kommt deshalb um eine langfristige Ernährungsumstellung nicht herum.