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Abitur-Desaster in Schweinfurt: Privatschule gibt Schülern Mitschuld

Abitur-Desaster in Schweinfurt: Privatschule gibt Schülern Mitschuld

Schweinfurt Abitur: Privatschule gibt Schülern Mitschuld
Die Erste Private Fachoberschule (EPFOS) äußert sich jetzt in einer Stellungnahme.
dpa, Daniel Peter

Schulleitung will sich kritisch mit dem Unterricht auseinandersetzen

Das Abitur-Desaster an einer Privatschule in Schweinfurt sorgte für großen medialen Wirbel. Der komplette Jahrgang ist durch das schriftliche Fachabitur gefallen. Schüler und Eltern sind verzweifelt – einige wollen sogar gegen die Schule klagen, da sie erwarten, wenn sie für die Bildung ihrer Kinder zahlen, dass diese auch bestens vorbereitet sein müssten. Jetzt wehrt sich die Privatschule.

In einer Stellungnahme auf der Homepage der Ersten Privaten Fachoberschule (EPFOS) geben sie den Schülern eine Mitschuld. "Unterricht und Prüfungsvorbereitung sind jedoch ein Prozess, an dem unter anderem auch der einzelne Schüler nicht nur beteiligt ist, sondern durch seine Eigenverantwortung einen ebenso wesentlichen Teil zum Erfolg beitragen muss", heißt es darin. Im Unterricht gab es seitens der Schule keine Probleme: "Lehrer und Schulleitung haben ihrerseits Unterricht und Prüfungsvorbereitung entsprechend

dem Lehrplan ausgearbeitet, gestaltet und durchgeführt. Für die Schulleitung sowie die Lehrerschaft ist es derzeit nicht nachvollziehbar, aus welchen Gründen die Leistungen der Schüler drastisch abfielen." Schulleitung und Lehrerschaft wollen sich nun kritisch mit der "Unterrichtsgestaltung sowie der Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen auseinandersetzen."

Drei Schüler haben die Chance, das Fachabitur zu bestehen

Außerdem wird geäußert, dass einige Abiturienten für eine staatliche Schule zu schlechte Noten hatten: "Ziel unserer Schule ist es, allen Prüfungskandidaten eine realistische Chance zur Erreichung der fachgebundenen Hochschulreife zu ermöglichen. Hierzu gehören auch die

Prüfungskandidaten, denen aufgrund ihrer Leistung in ihrer bisherigen Schullaufbahn eine vergleichbare Chance an einer staatlichen Schule versagt geblieben ist."

Die EPFOS versichert jetzt, die verbliebenen Prüfungskandidaten bei der mündlichen Prüfung zu unterstützen und überlegt, inwieweit das Förderungsangebot in den Unterrichtsablauf integriert werden kann. Drei Schüler haben nach Auskunft aus dem Kultusministerium wohl gute Chancen, ihre Note in den mündlichen Prüfungen so aufzubessern, dass sie das Fachabitur doch noch bestehen. Wie es mit den restlichen Abiturienten weiter geht, wird heute besprochen.