Er fühlte sich im Libanon bedroht

Abgeschober Clan-Chef Ibrahim Miri zurück in Deutschland – um Asyl zu beantragen!

30. Oktober 2019 - 23:05 Uhr

Gegen Ibrahim Miri besteht Einreiseverbot

Wie kann sowas passieren? Wenige Monate nach seiner Abschiebung in den Libanon ist Ibrahim Miri, führendes Mitglied des Bremer Miri-Clans, zurück in der Hansestadt - seit mehreren Tagen. Das ist brisant, weil es eigentlich ein Einreiseverbot besteht.

Ibrahim Miri zeigte sich selbst an

Der Clan hat die Bremer Discomeile fest im Griff. Ihr lukrativstes Geschäft ist der Kokainhandel: Allein damit sollen sie über 50 Millionen Euro im Jahr verdienen. Am 10. Juli war Miri in den Libanon abgeschoben worden. Die Beamten überraschten ihn in einer streng geheimen Operation mitten in der Nacht und rissen ihn aus seinem Tiefschlaf.

Mehr als zwei Jahrzehnte hatte Deutschland erfolglos versucht, ihn auszuweisen. Miri ist verantwortlich für rund 150 Straftaten. Etliche Male wurde er wegen Drogenhandels, Erpressung und Entführung verurteilt. Außerdem war er Präsident der verbotenen Rockergruppe "Mongols MC". Dafür gab es sechs Jahre Haft.

Miri zeigte sich laut seinem Anwalt wegen seiner Einreise ohne erforderliches Visum und Pass selbst an. Außerdem habe er beim Bremer Verwaltungsgericht gegen die Innenbehörde Klage eingereicht, da - laut Miri - die Abschiebung rechtswidrig gewesen sei.

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